Freitag, 17. April 2015

aus dem Winterschlaf erwacht

Letzte Woche aus dem Winterschlaf erwacht und mit viel Wiedersehensfreude willkommen geheissen. Unser Bus!





Hier schlafen! rief Calista. Und Thalia sog die Luft tief ein und meinte schwelgerisch: Mama, es riecht so richtig nach Ferien...






Auf geht's! Ins Träumen und Erinnern und Planen. Was werden wir wohl diesen Sommer erleben, wohin wollen wir ins Abenteuer?

Herzliche Grüsse von Iren, die es an der Zeit findet, mal endlich vom vergangenen Sommerabenteuer zu erzählen. Der Bilder und Erinnerungen wären viele...

Montag, 13. April 2015

Du bist da.

Eines Morgens, es ist schon einige Wochen her, da habe ich gerade den Tee frisch aufgesetzt und gucke mich nach Christian um. Eben ist er in den Raum getreten, doch es blieb ganz still. Ich linse um die Ecke. Christian steht am Schreibpult und hält das Buch in den Händen, welches ich am Vorhabend hingelegt habe. Er liest. Ich wende mich wieder meiner Tätigkeit zu und gieße mir die erste Tasse Schwarztee ein. Mit der Tasse in der Hand schaue ich nochmals zu Christian. Er wischt sich eben mit dem rechten Handrücken über die Augen, schnieft und lacht gleichzeitig, legt das Buch wieder hin und sagt: Wie schön!

Auch mich hat das Buch mitten ins Herz getroffen. Du bist da, ist die ehrliche, liebevolle Erzählung von Eltern, die nicht das Kind erhalten haben, dass sie sich erträumt haben. Und doch das, wie es sein sollte, auch mit einem Chromosomen mehr. Weil: Du bist da. Und du bist wunderschön. Ein Buch, das genau die richtige Länge hat, die man so zwischendurch zu lesen vermag, zwischen "frisch-geduscht-und-sich-gleich-an-den-Frühstückstisch-setzen-wollen". Ein Buch ohne Fachsimpelei, sondern genau die richtigen und aufrichtigen Worte, die vielen anderen Eltern gut tun und Mut machen. Ein Buch mit wunderschönen Illustrationen, die einen verzaubern, ob mit Kinderaugen oder Erwachsenenaugen geschaut. Ein Hauch Magie zwischen zwei Buchdeckeln.








Geschrieben von Evelyne Faye und illustriert von Birgit Lang - Dieses Buch ist ein Geschenktipp!

Herzliche Grüße von Iren, die sich sehr über solche beflügelnde Bücher freut, sich noch viel mehr davon wünscht und Sachbücher über Down Syndrom bis heute nicht lesen kann.

Donnerstag, 9. April 2015

Danke für die Milch.







Jeden Mittwochabend, während Thalia auf dem Reithof voltigiert, gehe ich zum Demeterhof gleich nebenan und kaufe im Hofladen ein. Calista freut sich immer riesig, wenn sie zu den Kühen, Schafen und Schweinen kann. Sie schaut ab, was der Bauer macht und hilft mit. 




Sie kennt den Unterschied zwischen dem Stier und den Kühen, sie weiss, dass Milch aus den Eutern kommt, die wir frisch abgefüllt nach Hause tragen. Während die Kühe gemolken werden, schiebt Calista immer wieder Heu nach. Teils ganz trockenes, teil das angesäuerte, "sauerkrautmässige" aus dem Silo, das ich so gerne rieche. Wir tätscheln zwischendurch die Kuh oder kraulen zwischen den Hörnern.



Calista springt den Schafen entgegen, wenn sie gegen sechs Uhr von der Weide nach Hause kommen und im Stall nach Essen rufen. Dann kommt der Bauer mit Flocken, die Calista den gierig Blöckenden in die Futterkrippe streuen darf. Danach bekommen die älteren Kälber ihre Milch und Calista schaut noch bei den Schweinen vorbei. Die Hühner, deren Eier ich eben eingepackt habe, interessieren Calista weniger, sie schaut jeweils nur kurz rüber, um sich wieder dem Stall zu zuwenden. Hier gibt es mehr Arbeit. Sie will den Kühen nochmals Heu geben, am liebsten mit der grossen Gabel. Wir schauen ihnen zu, wie sie genüsslich die trockenen Halmen zwischen den Zähnen zermalmen. 

Später dann, trinken wir ihre Milch. Zuhause, bevor Bäuerin Calista ihre Äuglein schliesst. 





Danke!

Herzliche Grüsse von Iren, die spät nach Hause kam, weil Bäuerin Thalia auch noch die gleiche Tour machen musste. Wie immer.

Mittwoch, 1. April 2015

Am Geleise...

... werde ich morgen, Donnerstag, in der Früh stehen und mit dem Taschentuch winken, bis die zwei roten Rücklichter des Zuges am Horizont verschwinden. Cosima fährt mit ihren Schwimmfreundinnen für drei Tage ins Tessin - Trainingslager mit anderen Clubs zusammen. Sie hat von sich (!) aus alles gepackt und bereit gelegt und ging mit viel Vorfreude ins Bett.

Für die Gastfamilie, bei denen Cosima diese Tage wohnen darf und die für sie sorgen wird, haben wir Mitbringsel gekauft und vorbereitet. Ostergrüße, auch für ihr ganzes Team, haben wir gebastelt, inspiriert von hier. Eigentlich dürfen die Synchronschwimmerinnen an Wettkämpfen keinen Nagellack tragen, aber wir haben ganz leichte, durchschimmernde Farben in weiß und rosa gewählt, die überhaupt nicht auffallen.



Herzliche Grüße von Iren, die heute von ihren jüdischen Nachbarn Esswaren, die gesäuertes Brot enthalten, geschenkt bekommen hat, weil sie diese am Pessachfest nicht nur nicht essen, sondern auch nicht besitzen dürfen. Mit einem Lächeln streckte der Vater mir noch einen Schokoladenosterhasen entgegen mit den Worten: Und hier noch etwas für euer Fest. - Berührt und mit dem innigen Herzenswunsch nach Frieden auf dieser Welt, zwischen den Religionen und zwischen den Menschen, schloss ich mit vollen Händen die Tür wieder mit dem Ellbogen.