Donnerstag, 11. September 2014

Mittagstisch

Heute war bei uns Mittagstisch mit den Nachbarskinder. Sie wünschten sich Fingerfood. Fingerfood, wie wir es einst in einem Restaurant im Piemont erlebt haben. Da wurden die kleinen Tortellini für die Kinder direkt auf eine Stoffserviette geschöpft und sie durften dann mit den Fingern essen. Unvergesslich und immer wieder von neuem ein Erlebnis!


Das Nachbarsmädchen hatte noch die Idee, als Becher Peperoni zu benutzen - So konnten sie nach dem Trinken von frischem Peperoniwasser auch noch gleich in den Becher beissen! (Nächstes Mal würde ich die roten nehmen, weil sie zum Essen leckerer sind.)



Herzlich, Iren, die gestern den Ikea-Vorhang als Tischtuch für den Geburtstagsfrühstückstisch von Christian benutzt und noch nicht verräumt hat.

Dienstag, 2. September 2014

rhythmisieren

Welche Mutter kennt nicht die Herausforderung der ersten Wochen nach den grossen Ferien! Wenn die neuen Stundenpläne von Schule und Freizeit der Kinder noch nicht einstudiert sind. Wenn sich die Tage noch nicht in einem harmonischen Rhythmus bewegen, sondern alles eher wie ein Improvisationstheater auf der Bühne des Alltags abläuft.





Calista ist darin noch ein ruhender Pol. Sie hat noch keine Hektik, noch keine Pflichten. Sie wäre vor zwei Wochen eingeschult worden, in den Kindergarten. Wir wollten ihr aber noch ein Jahr mehr Zeit geben, vor allem für ihre sprachliche Entwicklung. Sprache ist im Kindergarten ein ganz wichtiger Spiel- und somit auch Integrationsfaktor. Calista spricht für ihre Vorraussetzungen recht gut, sie hat seit Januar, als wir mit der Logopädie begangen, viele tolle Fortschritte gemacht. Aber wir waren der Überzeugung, das in dieser Situation Geduld Rosen bringt. Wir warten also noch und geniessen es, kein eingeschultes Kind zu haben!

Während die Grossen sich schon wieder mit Bergen von Hausaufgaben schwer tun, setzt sich Calista daneben und stellt sich ihren eigenen Herausforderungen. Sie ringt mit dem Spitzer, kämpft und verzweifelt zwischendurch, doch mit wenig Unterstützung und dann bald keiner mehr, kann sie ihre Erfolge feiern - und wir mit ihr!





Herzlicher Dienstagsgruss,
Iren

Montag, 11. August 2014

blowing in the wind

Gestern Abend sind wir mit unserem VW Bus lachend wieder in unsere Strasse eingebogen. Wir erlebten drei reiche Wochen, vor allem in Frankreich, und sind wohlbehalten und ohne Zwischenfälle wieder gut nach Hause gekommen. Ich bin dankbar dafür. 

Drei Wochen lebte ich ohne Internet und schaute kaum aufs Mobile. Dafür aber begleitete mich treu der Fotoapparat... Ich werde Euch bald ein paar Bilder zeigen, freue mich selber, die nun alle genauer anzuschauen.

Die Ferien habe ich ohne Tageszeitung verbracht, dennoch sind mir die grossen Headlines nicht entgangen. Während ich mit meiner kleinen Familie mein kleines Leben lebte und freie Tage genoss, sind im nahen Osten sehr traurige Entwicklungen weiter geschehen. Ich möchte dieses Lied für heute mit Euch teilen. Ein Evergreen, der mir speziell diese Tage ans Herz geht. Gesungen von der wunderbaren Katie Melua, die mich schon durch den ganzen Tag begleitet (und dabei das konstante, dumpf-grollende Geräusch der Waschmaschine und des Tumblers neben mir charmant übertönt).



Herzliche Grüsse von Iren, die dieses Jahr dennoch fröhliches aus ihrem kleinen Sommerferienleben erzählen wird...

Donnerstag, 17. Juli 2014

Nach dem Sommerregen






Wir fahren am Samstag für drei Wochen los, hungrig auf Abenteuer. Der VW-Bus wird morgen noch mit frischem Motorenöl versorgt, getankt und bepackt. Wenn ich Zeit dazu finde, backe ich noch Parmesan-Kekse zum Knabbern für die ersten Stunden unterwegs. Wir werden unsere Reise wieder in Frankreich beginnen. Erstes Ziel: die Atlantikküste bei Bordeaux. Dort werden wir auf die Familie aus Köln treffen, die wir letzten Sommer in Cornwall kennen gelernt haben; sie sind bereits dort. Wir werden wahrscheinlich noch der Küste entlang Richtung Biarritz fahren, und dann entweder ins Baskenland, oder in die Pyrenäen oder gemütlich durch das Périgord Gebiet (dort gibt es atemberaubende Höhlen mit Steinzeitmalereien) Richtung Marseille steuern. Dort könnten wir Richtung Nizza fahren und noch bei meinen Eltern hallo sagen, oder bei Marseille uns nach Korsika verschiffen. Wir könnten aber auch von Bordeaux aus wieder Richtung Bretagne fahren, weil wir dort noch vieles nicht gesehen haben. Und Cosima träumt davon, wieder nach London zu gehen...

Ich wünsche Euch allen wundervolle Sommertage, ich melde mich wieder in einem Monat.

Herzlich, Iren. 

Freitag, 4. Juli 2014

Thalia's 8. Ballongeburtstag

Die Ereignisse drängen sich in letzter Zeit eins nach den anderen und ich komme kaum zum durchatmen zwischendurch. Ja, die Zeit vor den Sommerferien ist für mich immer viel strenger als die Weihnachtszeit. All die Schulgespräche, Elternabende, Abschlussfeiern, Abschiedsfeste, Geburtstage etc, gepaart mit zunehmender Müdigkeit und Erschöpfung der Kinder. Und noch 8 Tage bis zu den Ferien, wir sind auf der Zielgerade...

Wie auch immer, Thalia's Geburtstag bekommt immer genügend Raum und Zeit. Ich möchte sie meinen Stress nicht spüren lassen. Einmal im Jahr wird nur sie besungen. Sie wird umarmt und geküsst und wir sagen ihr, wie froh wir sind, dass sie zu uns gekommen ist. Damals, vor acht Jahren.

Thalia wartet ungeduldig im Korridor, bis sie ins Wohnzimmer eintreten darf...


Am Vorabend ihres Geburtstages, ich war von meiner Vernissage und deren Vorbereitungen bereits müde und erschöpft und wollte möglichst vor Mitternacht ins Bett kommen, da bat mich Thalia, mich noch ein bisschen zu ihr hinzulegen. Ich stand bereits unter der Türschwelle und schaute Thalia im Halbdunkeln an, wie sie so in ihrem Bett lag und mich um Nähe bat und gleichzeitig wusste ich, dass ich noch einiges zu tun hatte, damit sie morgen einen schönen Geburtstags-Frühstückstisch erwartet. Die Familienfeier findet bei uns immer morgens am Frühstückstisch statt. Dann gibt es Kuchen und Geschenke, dann sind wir unter uns. Das ist ein wichtiger Moment. Cosima musste um neun Uhr bereits wieder im Schwimmtraining sein und es blieb uns also, trotz Samstag, nicht viel gemeinsame Zeit. Der Tisch musste noch am Vorabend geschmückt werden, die Geschenke eingepackt und der Kuchen fertig gebacken sein. 



Ich entschied mich, kurz seufzend, im Moment zu leben und legte mich neben Thalia ins Bett. Sie kuschelte sich in meine Arme und ich hielt sie fest an mich geschmiegt. In dem Moment spürte ich, dass Thalia mir ein Geschenk gemacht hat. Denn wir erlebten einen wunderbaren Moment von Innigkeit, Liebe und Ruhe. Ich hielt sie und flüsterte ihr zu, dass sie, Thalia, um diese Uhrzeit vor acht Jahren noch so eingekuschelt in meinem Bauch lag. Dass es zuvor ein ganz heißer Tag war und die Nacht immer noch angenehm lau. Dass Cosima bereits eingeschlafen war.

Um diese Zeit vor acht Jahren sass ich auf dem kleinen Küchenbalkon, schaute in die warme Nacht hinaus und telefonierte mit meiner Mutter. Ich plante meine erste Hausgeburt und sie war nervös. Sie wünschte sich, ich ginge ins Spital. Wir plauderten ein bisschen, ich war zwei Tage vor dem Termin, alles ruhig. Plötzlich beendete ich das Telefon, verabschiedete mich schnell und hängte auf. Ich sagte meiner Mutter kein Wort, dass ich während des Gesprächs nun eben die ersten Wehen bekam. Wenn sie gewusst hätte, dass ich in dieser Nacht gebären werde, dann hätte sie kein Auge zugedrückt. Ich rief sie dann am nächsten Morgen nach acht Uhr an, sie war bereits an der Arbeit, und erzählte ihr, dass am frühen Morgen Thalia zur Welt kam, Zuhause im Gebärpool. Eine rasche, einfache und unkomplizierte Geburt.

Mit diesen Gefühlen und Gedanken lag ich acht Jahre später mit meiner Thalia in ihrem Bett, spürte ihren Körper an meinem und war zutiefst dankbar. Ich weiss nicht, wie lange ich bei ihr lag, vielleicht eine Stunde? Sie war inzwischen glücklich eingeschlafen und ich erlebte einen Moment, der mir sehr kostbar war. Schlafmangel kann ich nachholen, nicht aber diesen Moment.


Wir feierten ihren achten Geburtstag mit einem Ballonfest. "Der rote Ballon" war meine Inspiration. Sind sie nicht wunderschön, diese roten Ballone? Ich mietete eine Gasbombe und füllte unzählige rote Ballone mit Gas. Die Kinder jubelten und freuten sich darüber, es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Ich hätte eigentlich nichts anderes organisieren müssen als diese unzähligen roten Gasballone. Diese alleine machte die Kinder bereits glücklich.



Meine Freundin und Thalias Patin Anja. Sie kriegt auch immer eine Kindereinladungskarte, das ist Thalia wichtig.


Nach zwei lustigen Ballonspielen erhielt jedes Kind ein Zettelchen und einen Stift und wurde aufgefordert, einen Wunsch aufzuschreiben. Oder einen Gruß in den Himmel zu schicken. Eifrig wurde "gearbeitet" und untereinander ausgetauscht. Die Zettelchen banden wir an Ballone und ließen sie draußen alle gleichzeitig steigen. Es war ein toller Moment!



Wer sieht Calista's Füsschen...?

Calista's Wunsch oder Himmelsgruß.



Thalia schrieb ihrer verstorbenen Uroma.

Nach dem "Zvieri" und dem wunderhübschen Ballonkuchen von Anja zogen sich die Kinder um und wir machten draußen eine Wasserballonschlacht. Anja und ich schauten uns kurz vor Start an und wussten, eines der Kinder wird sicher weinen. Wasserballonschlacht. Das wird fies. Und so kam es. Doch zum Glück waren es Cosima und Thalia, und keines der Besucherkinder, die aus Spaß plötzlich ernst machten und aufeinander los schossen, bis beide kurz aufheulen mussten. 



Mit "Zuckergussleim" klebten Jellybean-Ballone auf den Tellern, die Schleckmaul Cosima hier weggenascht hat.



Wir haben zum Andenken ans Fest jedes Kind mit einer schwarz/weiß Polaroid in der gleichen Pose fotografiert. Sie durften dann den Ballon rot anmalen und ich schnitt ihren Umriss so aus, dass man ein 3D-Foto falten konnte. Ich liebe die Fotos mit diesem einfachen Effekt. Dazu bekamen die Kinder noch einen handgroßen Ballon aus Stoff mit nach Hause, der mit SUGUS (Fruchtkaramellen) gefüllt war.



Und nach der wilden Schlacht durften die Mädchen zum Abschluss noch den 30 minütigen Filmklassiker "Le Ballon Rouge" schauen, den sie fragten mich bereits, weshalb wir nur rote Ballon hätten...

... 

Weil sie so schön sind!

Mit luftrotem Herzgruß
Iren.