Dienstag, 15. April 2014

Nun sind wir wieder vollständig

Heute Abend haben wir unseren VW-Bus aus dem Winterschlaf geholt. Christian wusste, wie man ihn wach kitzelt. Er schlief nämlich die vergangenen Monate geschützt in einer Garage, eine halbe Autostunde von uns. 

Brummend ist er erwacht, hat noch etwas gewackelt, die ersten Meter auf der Straße, dann wurde er immer sicherer und fuhr mit uns nach Hause.


Obwohl... vielleicht hat er auch gewackelt, weil die Mädchen auf der Rückreise laut sangen vor Freude, begleitet mit ekstatischen Bewegungen. 

Bus! Bus! rief Calista als sie ihn wieder sah und kletterte behende auf den Rücksitz. Ihre Augen blitzten lebendig und sagten: ich bin bereit für ein neues Abenteuer! Auch ich kriegte wieder ein aufgeregtes Kribbeln, das durch meinen ganzen Körper wanderte, und während ich tief einatmete und den typischen, lang vermissten Geruch des Busses in die Lunge aufsog, überlegte ich, ob ein erstes Abenteuer für Ostern schon möglich wäre...?

Herzliche Grüße von Iren, die trotz Ungeduld noch skeptisch ist wegen den tiefen Temperaturen

Donnerstag, 10. April 2014

Ostervorbereitungen

Nur herumgelegen sind wir nicht die letzten Wochen. Dafür waren wir dann doch zu wenig krank. Zu wenig Fieber. Zu wenig Müdigkeit. Zu wenig Gründe, um mal einen Tag im Bett liegen bleiben zu dürfen. Davon träume ich eigentlich schon lange. Doch habe ich es auch früher, als ich noch keine Kinder hatte, nie geschafft, einen Tag im Bett zu verbringen. Nur wenn mein Fieber auf 40° war oder mehr und ich wirklich keine Kraft mehr hatte. Das kam die letzten zwanzig Jahre nur zweimal vor. 

Wir haben also trotz allem einen mehr oder weniger normalen Alltag gelebt und kleine Zeitfenster gefunden, um unsere Vorfreude auf Ostern auszuleben. Vielleicht mögt ihr Euch noch inspirieren lassen? Das Internet ist ja wieder voller schönen Ideen... Zwei davon haben wir auf dem Foto unten nachgemacht.

























Am Hasenbild (mit Zeitungspapier und kleinem, selbst gemachten Pompom einfach zu machen) gefällt mir seine Schlichtheit. Die Eier... naja... sind uns nicht wirklich gelungen. Es war viel schwieriger als es versprach. Man stopft in einen Ballon ein paar kleine Schokoeier, bläst ihn dann ein bisschen auf, so dass er eine Eierform hat und knüpft ab. Dann nimmt man Garnfäden, tränkt sie in einer Leim-/Wassermischung (ca. 1:1, besser etwas mehr Leim) und wickelt sie um den Ballon. Wenn alles getrocknet ist, dann wird der Ballon geplatzt und heraus gezüpfelt. Zurück bleiben dann diese Schokoeier im Eiernetz. Wir haben aber zu große Lücken, so dass die Eier wieder rauspurzeln können. Und das Ei hat sich mit dem schrumpfenden Ballon auch etwas zusammen geschrumpft und verformt. Cosima hat dann zuerst den Ballon vorsichtig vom Ei gelöst, bevor sie ihn platzen ließ.

Große Eier hängen auch bei uns in der Küche, davon zwei von Thalia aus der Kindergartenzeit und zwei von Calista, die sie kürzlich gemalt hat. Die werden von Calista immer wieder angefasst, daran gezogen und geschubst. Sie hängen also kaum ruhig in der Luft, sondern sind dauernd in Bewegung, machen Purzelbäume, schlagen sich aneinander an und manchmal fällt eins auf den Boden...


Mit den Großen versuchten wir uns wieder mal im Naßfilzen. Mehr als so eine Rübe kriege ich nicht hin. Naßfilzen braucht geduldige Hände... Aber ein Rübenmobile haben wir gerade noch geschafft, weil die Rüben großzügig mit uns sind und sich als Rüben ansehen lassen, sobald sie etwas Kraut bekommen. Das hängt jetzt an unserem Stubenfenster und soll den Osterhasen anlocken...


Weil Thalia Kinderschokolade (und Kinderüberraschungseier) nicht mag und sie sie nicht, wie immer, der Schwester abgegeben wollte, hat sie sich mal was anderes einfallen lassen.


Herzliche Grüße von Iren, die die Kresse in den leeren Eierschalen viel zu früh aussähte und nun schon erntereife Kresse hat. Dabei wären sie für den Osterbrunch geplant...

Dienstag, 8. April 2014

Baustellen


Hoffentlich werden wir die Frühlingskrise bald hinter uns haben. Pollenallergie, heftiger den je, und dann noch irgend so einen Virus, der kommt und geht, tageweise, und uns immer wieder mit schwammigen Symptomen lahmlegt: Etwas Fieber, etwas Übelkeit, etwas Ohrenschmerzen, etwas Halsweh, etwas Kopfschmerzen, etwas Husten, etwas Müdigkeit. Von allem was, manchmal mehr, manchmal weniger, doch seit Wochen immer etwas davon. Wir alle sind betroffen und es war vor allem die Freude an den sonnigen Tagen, die uns über Wasser gehalten und ein richtiges Stimmungstief verhindert hat.

Derweil wir uns immer wieder zusammen reissen und an unserem Leben bauen. Dem alltäglichen und dem nichtalltäglichen. Wir holen unsere Träume als Baumaterial und mischen es mit dem Zement der Realität. Tag für Tag bauen wir ein bisschen. Manchmal kommen wir besser voran, manchmal geht es harzig, oder es wird wegen schlechter Witterung pausiert. Doch nun hoffe ich auf mehr Energie die kommenden Monate, wir werden sie gebrauchen.

Herzliche Grüsse von Iren, die später mehr erzählen möchten.

Freitag, 21. März 2014

Heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag : unser Tag

Es gibt unzählige wunderschöne Momente im Alltag mit Calista. Überraschende Momente, in denen ich ganz erstaunt feststelle, dass sie etwas schon kann, zufriedene Momente, in denen ich mich über ihr Sozialverhalten freue, harmonische Momente, in denen ich mit ihr etwas koche oder wir zusammen malen, spielen, Musik hören, tanzen. Stolze Momente, in denen ich mit ihr unterwegs bin und sie sicher und agil mit dem Roller neben mir her fährt. Momente, in denen ich beglückt beobachte, wie sie mit ihren Schwestern friedlich spielt, Momente, in denen sie umringt ist von älteren Schulkindern, die mit ihr Spaß machen wollen und sie total ß finden. Momente der Freude, in denen Calista mit mir eine klare Kommunikation führt, mit sauber ausgesprochenen Wörtern. Momente der Fröhlichkeit, weil Calista mit ihrem Humor uns immer und immer wieder zum Lachen bringt und Leichtigkeit versprüht. Aber auch Momente der Verzweiflung, weil Calista wieder 50 Meter vor der Haustür sich auf den Boden setzt und scheinbar nichts auf der Welt sie dazu bringen kann, den Rest bis nach Hause selbst zu laufen. Momente der Wut, weil Calista erneut den Teller mit dem Essen, den sie nicht möchte, mit einer raschen, weit ausgeholten Armbewegung auf den Boden geschmettert hat. Momente der Geduld, wenn sie sich zum x-ten Mal im Verlaufe des Tages wieder nackt ausgezogen hat. Und dann die Momente der Versöhnung, wenn Calista mit leicht geneigtem Kopf mich unschuldig anblickt und mit weicher Stimme sagt: Mama, hallo? 

Und dann diese Momente, in denen ich in ihre klaren Augen blicken und darin ihre reinen Gefühle lesen darf. Die Schönheit ihres Blicks, das Strahlen ihrer Augen ist für mich baden in der Quelle des Lebens.

Ich möchte heute alle Menschen mit Down-Syndrom umarmen und ihren Müttern danken, dass sie dem Kind das Leben geschenkt haben!




Herzlichst Eure Iren, die dieses Video nur unter Tränen schauen kann und dabei an diese süßen Momente denkt, in denen Calista voller Inbrunst Mama! sagt und ihre Arme zart um mich schlingt. 

Danke Anja für den Video! 

Donnerstag, 20. März 2014

Thalia's Mädchennachmittag

Damit nicht nur Cosima im Mittelpunkt stand mit ihrem ersten, runden Geburtstag, dem wir viel Bedeutung beimassen, durfte Thalia einen Mädchennachmittag haben. Sie fühlte sich diese Tage etwas zurück gestellt, rebellierte herum und brauchte zum Ausgleich etwas "airtime"... 
In der Schule wurde leider keine Fasnacht gefeiert und dieses Jahr fuhren wir auch nicht an die Basler Fasnacht, deshalb planten wir den Mädchennachmittag als eine kleine Fasnachtsparty.



Es war eine spontane Entscheidung. Mit wenig Vorbereitung und ohne grosse Ansprüche haben wir den Nachmittag erwartet. Thalia hat vier ihrer liebsten Mädchen aus der Klasse eingeladen und alle mussten verkleidet kommen. Das alleine sorgte schon für viel Aufregung und Freude Tage davor.

 

Ein paar lustige Spiele, einen süssen Schmaus und einen Spaziergang im Park mit Lärm-machen und Konfettischlacht. Mehr brauchte es nicht für einen lustigen Nachmittag unter Mädchen, die sich gut verstehen.

 






Herzliche Grüsse von Iren, die eine riesige, pinke Minnie-Maus-Schleife auf dem Kopf spazieren führte... Auf Wunsch der Mädchen.


Montag, 17. März 2014

Kosmetik Workshop

Bis zu deinem 10. Geburtstag feiern wir dich mit einem Kindergeburtstag. Danach wird nur noch im kleineren Rahmen gefeiert, mit deinen besten Freundinnen und du musst es selbst organisieren. Ich unterstütze dich und helfe dir dabei, aber es ist dein Ding.

So sprach ich zu Cosima in den vergangenen Monaten. 


Bis alle Mädchen eingetrudelt sind, haben die ersten bereits angefangen, Party zu machen.  Mit dem Mikrophon am Verstärker angeschlossen und Christian am Ipad, sangen sie ihre gewünschten Lieblingslieder mit. Eigentlich hätte dieses Programm auch gereicht, für den Rest des Nachmittags...

Sie hat meine Entscheidung widerspruchslos akzeptiert und ich glaube, dass sie es selbst so gut findet. Sie wusste also, am 1. März ist ihr letzter Kindergeburtstag. Und ich wusste es auch und wollte ihr etwas schönes bieten.





So fragte ich mich in den Wochen davor, was die Mädchen mit zehn Jahren am meisten interessiert, woran sie Spaß haben könnten. Wie ich für Calista's Geburtstag im Januar ein spezielles Wachs organisieren musste, weil ich Wachskreide selber herstellen wollte (die dazu noch fein duften sollten), da kam auch gleich die Idee für Cosima: Wir stellen Kosmetikprodukte selber her!


Lipgloss, Bodyspray und Handcreme. Selber herstellen, mit natürlichen Zutaten und feinen, selbst ausgesuchten ätherischen Ölen beduften. Das war für die Kinder, wie auch für mich, ein spannendes Thema. 

Ich staune (und ärgere mich), wie viele Kosmetikprodukte heutzutage in China produziert werden. Ich will dies nicht unterstützen und kaufe für mich sowieso sehr bedacht ein. Aber die jungen Mädchen, welche bald zu Teenies werden, haben ein kleineres Budget und kaufen sich dann schnell diese günstigen Chinaprodukte. So war nebst dem Spaß noch der Gedanke dabei, die Kinder an natürliche Produkte heranzuführen, die erst noch verblüffend einfach in der Herstellung sind. So einfach, dass ich es mit einer Gruppe von 10 Mädchen in ca. 2h machen konnte.


Ich habe schöne, kleine Glasdöschen für den Lipgloss gekauft, deren Deckel die Mädchen mit wasserfesten Filzstiften und Glitzerleim verzieren konnten


Weiter stellte ich hübsche, blaue Fläschen mit Sprayaufsatz für den Bodyspray bereit, die auch eine handangeschriebene Etikette bekamen.



Die Konzentration der Mädchen war groß. Sie hatten viel Freude und waren ganz fasziniert, wie man die Zutaten einer Handcreme erwärmt und zusammenrührt und dann innert fünf Minuten eine fein duftende Creme hat, die man dann lauwarm in leere Tuben füllt, die hinten noch offen ist und sie dann mit einer einfachen Falttechnik wunderbar verschließen kann. Das Resultat sah wie echt aus. - Es ist so einfach, so schön, so befriedigend!


Christian durfte dieses Jahr noch eine Schatzsuche organisieren. Das wünschte sich Cosima, denn es gab noch nie einen Kindergeburtstag ohne Christians Schatzsuche. Das ist sein Moment, wo er als Papa voller Ideen und Pläne dem Nachmittag noch einen neuen Schwung gibt. 

Mit einem Rätsel begann die Schatzsuche. Die Ratlosigkeit stand den Mädchen anfangs richtig im Gesicht geschrieben...
Nach dem konzentrierten Arbeiten und einer Geburtstagserfrischung sind die Mädchen wie junge Fohlen nach draußen gerannt und freuten sich, mit einer spannenden Aufgabe an der frischen Luft zu sein. Diese junge, sprühende Kraft und Freude der Kinder ist immer wieder schön zu erleben!

Herzliche Grüße von Iren, die für Interessierte gerne noch den Link dazu gibt, wo sie für den Kosmetik Workshop nicht nur die Zutaten, Fläschchen, Tuben und Döschen gekauft hat, sondern auch super beraten wurde und die Rezepte gleich dazu bekam: Heilpflanzen Atelier.

Montag, 10. März 2014

Bergtag

Gestern, da fuhren wir spontan für einen Tag hoch in die Berge. Christian und Cosima leiden zur Zeit an Heuschnupfen, da gab ihnen der Ausflug eine kurzfristige Erholung. Und Christian wollte nochmals mit den Mädels snowboarden gehen. Es hatte erstaunlich wenig Leute, die Pisten waren halb leer. Das Wetter war wunderschön, die Luft klar und warm, und der Schnee schwer und nass…

Thalia war nach einer Abfahrt klitschnass. So kam sie sich zu mir und Calista auf die Sonnenterrasse, zog sich aus und trocknete ihr Kleider in der Sonne, währen sie auf dem Liegestuhl wartete.  Sie hatte genug, und schloss sich unserem Alternativprogramm an. Denn wir hatten die Schlitten dabei und den Berg hinunter zu rodeln machte uns viel kreischenden Spass. Obwohl, nass wurden wir dabei auch.

Herzliche Grüsse von Iren, die das entspannte "Frühlingsskifahren" mag