Mittwoch, 22. Juli 2015

Summer in the city

Alle sind in den Ferien. Alle. Hier wo wir leben, wo normalerweise viele Kinder lautstark spielen bis in die weiten Abendstunden, wo es lebendig und fröhlich zu und her geht, hier ist es still und leer und wie ausgestorben. Als würde eine Seuche durchs Land ziehen und die Menschen wären geflohen.

Zu uns ist keine Seuche, sondern die Langeweile gekommen. Wir weilen lange. Lange schlafen, frühstücken, herumhängen, streiten, mit Juno spielen, Juno schlafen lassen, fernsehschauen, Eis essen, zwischendurch einen Einfall haben, Muffins backen, ein Bad im See oder am Brunnen nehmen. Wir haben unseren Rhythmus total herunter gefahren. Die Tage sind weich und warm und gummig. Während am Anfang der Ferien fast ein bisschen Panik aufkam, wie wir die Menge an Zeit und Leere aushalten sollen, sind wir nun ganz und gar darin angekommen. Juno hilft uns dabei. Sein Rhythmus ist unserer geworden. Es tut so gut! Entspannung durch alle Muskelfasern bis auf die Knochen. Durch die Schädeldecke bis zur Hirnmasse. 

Und wenn ich die Bilder dieser Woche so durchschaue, habe ich das Gefühl, dass wir lange weilen und doch einiges erleben:

Für die Kinder im Cindy's Hamburger essen.




Tauchen.




Mit Cousine Elfie sich Ideen aushecken und bei einer Schokoladen-Olivenöl-Maske landen...





Mit Christian, der arbeitet, über Mittag sich treffen und am See essen und baden.






In den Brunnen von Zürich Erfrischung suchen.




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Herzliche Grüsse von Iren, die mit den Kindern grad Schiffliversenken spielt und die Leere umso mehr geniesst, weil sie weiss, dass nächste Woche etwas Neues, Grosses auf uns zu kommt...

Sonntag, 19. Juli 2015

Juno

Unsere erste Ferienwoche ist vorüber und wir haben sie intensiv mit unserem Pudelwelpe verbracht. Darf ich euch vorstellen? 

Juno - unser neues Familienmitglied!


Nach vielen Wochen sehnen und freuen durften wir vergangenen Sonntag unser Welpe nicht unweit von Düsseldorf abholen. Wir waren ganz nervös und konnten es kaum glauben, dass nun wirklich und tatsächlich ein Hund bei uns einziehen wird. Wir haben wieder Sicherheitsgitter gekauft, die Wohnung "babysicher" gemacht und mir war bewusst, dass nun eine intensive Zeit auf mich wartet, die mich wieder stärker einschränkt. Doch ich wusste auch, dass ein kleines, warm schlagendes Pudelherz bei uns einziehen wird, das uns viel Freude und Liebe schenken wird.



Juno hatte eine wunderbare Welpenstube mit einer Züchterin, die ihr ganzes Herzblut in die Aufzucht dieser kleinen Fellnasen gesteckt hat. Diese Qualität von Zuwendung und Führung, die Juno bereits erfahren durfte, wollen wir weiter tragen. Die erste Woche haben wir damit verbracht, ihn bei uns Zuhause einleben zu lassen und die ersten kleine Ausflüge zu unternehmen. Autofahren, Waldspaziergang, auf dem Gehsteig gehen, am See baden und im Restaurant sich erfrischen. Das macht Juno inzwischen souverän mit.












Juno bewegt sich bei uns inzwischen sehr frei und selbständig, kann gut mitteilen was er will und was er nicht mag und wir haben den Eindruck, dass er uns als neues Rudel gut angenommen hat. Er ist sehr aufmerksam, verspielt und lernwillig. Hat dabei seinen eigenen Charakter und den darf er haben. Wir wollen keinen abgerichteten Hund, sondern wünschen ein gleichwürdiges Zusammenleben, dass auf Vertrauen und Respekt und gegenseitigem Lernen basiert. 


Herzliche Grüsse von Iren, die als Kind mit dem konservierten Hundefell mitsamt Kopf des abgelebten Goldenretrievers ihres Urgrossvaters gespielt hat und damals schon intuitiv verstanden hat, wie sehr ein Tier einem Menschen ans Herz wachsen kann...

Donnerstag, 9. Juli 2015

Volle Tage

Der Endspurt Richtung Sommerferien zählt noch zwei Tage... Wie es den meisten von uns so ergeht, sind die Wochen vor den grossen Ferien immer die strengsten. Es ist viel los in der Schule, Abschiedsrituale, -feste und -geschenke. Zeugnis. Zudem sind die Kinder müde und schlafen weniger wegen Hitze und mehr Tageslicht. Geburtstage sind angestanden und vor allem einige familiäre Entscheidungen und Planungen. Wir haben unser Welpen ausgesucht, das heisst, es war plötzlich klar, welches Hündchen zu uns kommen wird, weil es eigentlich nie ein anderes war, weil Thalia schon auf dem ersten Foto, das sie von Weitem von den frischgeborenen Welpen sah, rief, welchen sie wollte. Der mit dem grünen Halsband! Weil Cosima den gleichen beim Besuch der Züchterin ausgesucht hat, weil er mir auch gleich das Herz mit Wärme erfüllte und weil ihn zuletzt auch noch die Züchterin empfohlen hat. Es war aber das Hündchen, das am wenigsten black/tan Zeichnung hat und eine solche Zeichnung wünschte ich mir ursprünglich. Nun finden wir aber alle, dass unser Welpen für uns der Schönste ist und sind wir glücklich, dass seine Zeichnung nicht so stark ist. Er hat den seelenvollsten und treusten Blick... Wir haben Spielsachen und Liegekissen genäht, Geschirr und Leinen gekauft. Bücher gelesen. Viel besprochen mit den Kindern. Seine Bedürfnisse, unsere Bedürfnisse, Regeln, Respekt und Konsequenz. Wir holen kein Spielzeug. Wir holen einen Hund. Am Sonntag ist es soweit!

Gleichzeitig sind unsere Sommerferien komplett durcheinander geraten, respektive die Planung. Unser VW Bus ist nicht durch die Fahrzeugkontrolle gekommen, weil er zuviel Rost hat. Es folgte eine Achterbahn von Gedanken, Gefühlen, Ratschlägen und Entscheidungen. Ein hin und her, hoch und runter. Nun ist er von uns ausgebaut worden, ein junger, sympathischer Spengler hat ihn geholt und macht nun zu einem fairen Preis eine seriöse Rostsanierung. Aber die Ferien, die wir planten, fielen ins Wasser: Den Hund mit dem VW Bus abholen und Richtung Sylt fahren... Wir haben keinen Bus zur Zeit und hoffen nun, dass er in kapp zwei Wochen dann durch die Kontrolle kommen möge... Wir haben ein Welpen, das noch keine Tollwut impfen kann und deshalb während den ganzen Ferien nicht mehr ins Ausland darf, sobald er diesen Sonntag in die Schweiz eingeführt wurde... Wir haben ratlose Momente gehabt und keine Ahnung, was nun. Aber wenn man zuerst die Situation einmal akzeptiert, kommt man auf neue Ideen und ich denke, wir werden trotzdem schöne, erinnerungswürdige Sommerferien erleben.

Ein weiteres, grosses Projekt steht noch in den Startboxen und wir haben auch da eine Achterbahn bei der Planung und Durchführung. Viel Geduld und Flexibilität ist auch da gefragt... Ich werde mehr erzählen, wenn es spruchreif ist. Wenn mein Herz endlich Purzelbäume schlagen darf.

Bevor ich nun mit Calista noch schnell in die Ikea eile, weil wir die letzen Dinge organisieren müssen, bevor ein Welpe mich voll beanspruchen wird, hänge ich ein paar Bilder unserer letzten Sommertage vor den Sommerferien an. Den Moment geniessen kann man ja immer, egal wo man gerade ist. Genuss hängt nicht von Planung ab. Und den Sommer zu zelebrieren hatten wir ja genug Gelegenheit die letzten Wochen!















Herzliche Grüsse von Iren, die morgen mit Calista Pizza essen geht, weil sie ihren letzten Spielgruppenmorgen haben wird und sie dann nach den Sommerferien den grossen Schritten in den Kindergarten macht!

Dienstag, 7. Juli 2015

Halbzeit zum zweiten

War es nicht erst eben, dass ich über Cosima's neunten Geburtstag geschrieben habe?!? Und hier bin ich wieder und berichte von Thalia's neuntem. Neun. Halbzeit. Nochmals neun und sie ist volljährig. Mein Mädchen mit den runden, leuchtenden Schokoladenaugen.


Ich kann solche Sätze nicht aufschreiben ohne dass sich mein Herz leicht zusammenzieht, gefolgt von der Halsgegend. So sehr der Alltag manchmal anstrengend sein kann, so sehr liebe ich meine Kinder, wie sie meine vier Wände mit Leben füllen. Und der Gedanke, dass ich in absehbarer Zeit keine gesungenen Lieder, geschrienen Sätze, kein Herumgehopse, keine knallenden Türen und kein fröhliches Hallo Mami! jeden Tag hören werde, der Gedanke macht mich schwermütig. Doch bin ich hier, um euch von Thalia's fröhlichem Geburtstags-Bauernhof-Fest zu erzählen. Sie wünschte sich auf dem Hof, wo sie voltigiert, ihr Fest zu haben. Schon ein paar Mal konnte sie beobachten, wie andere Kinder hier ihr Geburtstagsfest feierten und nun wollte sie an der Reihe sein. Wir fanden es eine schöne Idee!





























Pferde striegeln und ohne Sattel auf ihnen sitzen dürfen, mit der Bäuerin Kutsche fahren, Heuschlacht, Hühner füttern und kuscheln, Eier suchen, Kühe eintreiben, Schafe heimholen, Schafe melken, Milch direkt vom Euter trinken. Entgegen meinen anfänglichen Bedenken liebte jedes der Mädchen den Dreck und den Kuhstallduft. Sie liebten es, sich frei auf dem Bauernhof bewegen zu dürfen und mitzuhelfen, wo es sie interessierte. Ich vermute, es steckt auch in vielen Stadtkindern ein kleines Heidi. Sie waren alle super glücklich und niemand wollte am Abend wieder nach Hause. - Was, ist schon Abend, ist es schon vorbei? Sie schauten mich überrascht und enttäuscht an...

Herzliche Grüsse von Iren, der Schweinchenmama