Montag, 14. Dezember 2015

Familienrunde

Gestern habe ich in familiärer Runde meinen 44. gefeiert. Thalia hat sich am Morgen ins Zeugs gelegt, um mir einen schönen Frühstückstisch zu machen, während Christian Cosima zu ihrem ersten Wettkampf der Saison fahren musste. Calista sass leicht fiebernd und kränkelnd am Tisch und beobachtete Thalias Treiben und freute sich, bald Happy Birthday singen zu dürfen. Sie liebt Geburtstage.







Die kleine Holzfigur hat Thalia mir geschnitzt und voller Freude gezeigt, dass sie ein Herz auf der Brust habe... Es ist ihr erstes Schnitzwerk und sie wünscht sich nun ein gutes Schnitzmesser und sonstiges Zubehör. Wie ich in Thalia's stolzes Gesicht blickte und ihr Strahlen schaute, als sie sah, wie ich mich über alles freute, da war ich noch glücklicher. Ist es nicht einfach so, dass geteilte Freude doppelte Freude ist?!

Meine Geschwister, Neffen und Nichten, Schwägerin und meine Eltern nahmen sich am Nachmittag Zeit und stiessen mit mir an, es kamen spontan noch liebe Nachbarn dazu und genau so wünschte ich mir, mein neues Lebensjahr zu beginnen - mit meinen Liebsten!




Herzliche Grüsse von Iren, die am Abend auch noch eine zufriedene Cosima in den Armen halten durfte.

Samstag, 12. Dezember 2015

Eine kraftvolle Fotographie

Vor ein paar Tagen nahm ich ein Fotobuch des Schweizer Fotografen Hans Peter Klauser wieder zur Hand. Ich lag bereits im Bett und neben mir brannte ein kleines Nachttischlicht. Ich blätterte es durch und schaute mir die Bilder und Themen an. Klauser hat sich dem Leben gewidmet und zeigte die Menschen würdevoll in ihrem Kontext. Ob Arbeiter, Flüchtlinge, Bauern oder ganz normale Bürger. Ein sehr spannendes Dokument seiner Zeit. Plötzlich hielt ich inne und schaute mir eine Fotografie ganz genau an. Ich nahm das Buch und hielt es genauer unter das Nachttischlicht. Ist es richtig, was ich hier erkannt habe? 

Der Titel der Fotografie ist lediglich beschreibend: "Arbeiter und Angestellte warten auf den Zug, Bahnhof Winterthur, 1938"


Der Titel ist in neutraler Sprache formuliert und versprach nichts aussergewöhnliches. Wenn man sich die Menschen aber genau anschaut, dann fällt einen etwas auf, das eigentlich wie der Titel nichts aussergewöhnliches sein sollte. Und trotzdem ist es bemerkenswert!


Habt ihr's erkannt? Da steht unter den Arbeitern ganz selbstverständlich ein gut gekleideter Mann mit Down Syndrom. Er wartet auf den Zug. Wahrscheinlich hat er auch einen Arbeitstag hinter sich, wie all die anderen Herren auch. "Arbeiter und Angestellte warten auf den Zug." Mehr gibt es zu diesem Bild nicht zu sagen. Doch für mich bedeutet es wahnsinnig viel!


Haben wir doch von der UN eine Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Bemühen wir uns doch als Gesellschaft, nun die Inklusion zu leben, das heisst, die Menschen mit einer Behinderung nicht mehr auszuschliessen, sondern an unserem Leben teilhaben zu lassen. Habe ich doch selber ein solches Projekt ins Rollen gebracht, welches eine Fokusreihe zu diesem Thema in Planung hat, mit tollen Menschen u.a. aus der Film-, Radio- und Fotografiewelt, die sich daran beteiligen. Wollen wir doch möglichst viele Menschen auf jene Lebenswege sensibilisieren, die sich wegen einer Diagnose verengt haben. Und Betroffene zeigen lassen, wie sie nach ihren Möglichkeiten trotzdem mehr erreicht haben als gesellschaftlich erwartet wird, weil sie und ihr enges Umfeld Mut hatten, mehr zu wollen.

Und nun kommt an einem ganz normalen Abend, bei Nachttischlampenlicht, völlig unspektakulär, eine so kraftvolle Fotografie daher! - Genau so sollte es sein! "Arbeiter und Angestellte warten auf den Zug, Bahnhof Winterthur. 1938". Nichts anderes. Alles ist ganz normal. Ein ganz normales Bild einer ganz normalen Gesellschaft. 

Herzliche Grüsse von Iren, die genau eine solche Normalität sich von ganzem Herzen wünscht.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Unser Haus in Frankreich.

Ich gebe etwas Olivenöl über das gekochte Gemüse und hänge meinen Gedanken nach... Vor einer Woche sind meine Eltern von der Olivenernte aus Frankreich zurück gekommen. Sie hatten prächtiges Wetter und die Ernte war reich. Gerne wären wir auch dabei gewesen.
Doch unser altes, 300jähriges Haus brannte im Oktober. Wir hatten Glück, es brannten "nur" den schönen Eingangsbereich, wie auch die original antike, schwere Holtüre, die alte Treppe und das erste Zimmer oberhalb im 1. Stock. Aber das ganze Haus ist unbewohnbar. Verraucht. Schwarz. Russig. Geruchsschwer.




Die Bilder, welche mein Bruder und Neffe gemacht haben, lassen beim Betrachten mein Herz zusammenziehen. 

Traurigschön sind die Fotos. Mystisch, melancholisch, verträumt. Wie ein Haus im Dornröschenschlaf. Ich schaue und schaue und die Bilder sickern in mich hinein. Schwere breitet sich in mir aus. Und ich verstehe, dass es ein Abschied ist. Ein Abschied von dem, was gelebt war. Ein Teil meiner Jugendzeit, meiner Familien- und Mutterzeit. Mein Wachsen und Erwachsen.

Wir werden das Haus wieder herrichten. Altes, verrauchtes entsorgen, Neues aufbauen. Es wird viel Arbeit geben und es wird nicht mehr so, wie es war. Aber ich verstehe auch, dass dies auch zur Geschichte des Hauses gehört. Es ist nicht der erste Brand, den das Haus erlebt hat. Es ist auch schon während eines Krieges ein Flugzeug hier abgestürzt. 300 Jahre... Viel ist passiert, hier und dort, in der Welt. Napoleon. Revolutionen. Weltkriege. Kriesen. All dies hat das Haus überlebt und den jeweiligen Bewohnern Schutz geboten. Und so wird es weiterhin sein. Das Haus lebt noch, es wandelt sich, doch es wird uns und allen kommenden weiterhin Schutz bieten. Die Geborgenheit wird wieder zurück kommen.








Herzlich, Iren in Gedanken

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Start geglückt!

Vielleicht fragen sich einige von euch, ob Calista nun gut gestartet ist im neuen Kindergarten? - Oh, ja! Calista hat sich am neuen Ort rasch und gut eingelebt und wir sind mit der neuen Situation sehr zufrieden. Eine aufmerksame Kindergärtnerin, kleine Gruppe mit netten Kindern und Calista hat ihre Heilpädagogin "für sich alleine".
Die Wellen des Glücks sind also wieder gekommen und wir haben mit ihnen gespielt und in ihnen gebadet. In den Herbstferien, in Elba.










Unpassend zur Weihnachtszeit, aber weil der Blog für uns ja auch so etwas wie ein Familientagebuch ist, stelle ich gleich noch ein paar weitere Fotos von unseren Herbstferien in Elba ein, zur Erinnerung.























Herzliche Grüsse von Iren, die sich sehr gefreut hat, als Calista ihre erste Spieleinladung von einem Kindergartenmädchen erhalten hat!