Donnerstag, 26. Februar 2015

Ski Heil!


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Calista hat uns diese Sportferien überrascht. Sie fing an Ski zu fahren! Es kam nicht ganz von ihr aus und ich ließ meinen Grundsatz fallen, dass ich sie erst auf die Skis stelle, wenn sie darum bittet. Wir hatten eine Woche schönstes Wetter und unsere Ferienwohnung liegt direkt neben dem Kinderhügel. Nach zwei Tagen hielt ich es nicht mehr aus, auf Calista's Bitte zu warten und dabei sehnsüchtig dem Treiben neben mir zu zuschauen. Ich zog sie an, packte ihre Skis und pilgerte rüber, zum Kinderhügel. Calista, skifahren? - Ja.

Anfangs war sie sehr unsicher und sie klammerte sich an meine Hand. Ich ließ sie aber bald los, machte einen Schritt rückwärts den Hang hinunter und fing sie wieder auf. Zwei Schritte rückwärts und auffangen. Drei, vier Schritte rückwärts und auffangen. Sie lachte. Unten angekommen, rief sie: Nochmals! Und sie fuhr den Magic Carpet wieder hoch und im gleichen Stil wieder runter. Nochmals! Nochmals! Nochmals! Nochmals!... 

Nach drei Tagen nochmals! rufen war Calista im Stande, den kleinen Hügel alleine runter zu fahren. Fiel sie mal hin, lachte sie. Manchmal improvisierte sie ein paar Tränen, aber nur, weil sie es bei anderen Kindern ab schaute. Gespielte Tränen, die sie fast mehr amüsierten als uns. Denn wir hofften nach jedem Hinfallen, dass es ihr wirklich nicht weh tat und sie weiter hin Lust am Skifahren behält. Aber eigentlich war ihr immer froh zumute, auch im Schnee liegend. Wir waren alle stolz auf sie, mächtig stolz. Nächstes Jahr wollen wir mit der Skischule beginnen. Ich freue mich, das Calista so viel Spaß entwickelte und hoffe, dass sie auch nächstes Jahr öfters nochmals! rufen wird.

Herzliche Grüße von Iren, die, ich mag's schon gar nicht mehr schreiben, irgendeinen Virus eingefangen hat und nun Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Gliederschmerzen à gogo hat und - Cosima hat es mir heute Mittag ausgerechnet, am Samstag ca. 50 Muffins backen muss. Cosima's Geburtstag steht an und sie will nicht nur der ganzen Schulklasse, sondern auch ihrem ganzen Schwimmteam Muffins bringen. Cupcakes, korrigierte sie mich noch.

Montag, 23. Februar 2015

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Es ist Ausdruck meines momentanen Zustandes: Ich habe bis heute weder über Calista's Geburtstag geschrieben, noch über mein 4. Bloggerjahr... Viele Posts habe ich in meinem Kopf gedacht, aber nie die Ruhe gefunden, sie in richtige Sätze zu packen. Einige neue Ideen zu meinem Blog gehabt, doch noch keine umgesetzt. So geht es mir noch mit vielen Dingen. Meine to-do- und wish-to-do-Liste wird von Woche zu Woche grösser anstatt kleiner, es staut sich an. Manchmal fehlt's an Zeit, und oftmals an Kraft. Ich tröste mich dann und sage mir, dass wir ja seit Weihnachten kaum eine Woche gesund waren, viel Antibiotika geschluckt haben, im Monat Januar kaum die Sonne gesehen haben und wegen sonstigem Zusatzprogramm wie Bioresonanz-Sitzungen gegen Pollenallergie, Eiseninfusionen, ausserschulischen Schwimmtrainings der Kinder und Wettkämpfen von Cosima, Geburtstag von Calista etc. verlernt haben, das Wort Langeweile zu buchstabieren. Wir haben immer noch den Weihnachtsbaum mit brennender Lichterkette draussen auf unserem Patio stehen. 

Der Geburtstag von Calista war das schönste Januar-Erreignis. Fünf Jahre ist es her, als sie mir in die Arme gelegt wurde. Ich sie ansah, nichts falsches entdeckte und sie einfach perfekt fand. Ich sie ans Herz drückte und sofort eine innige Liebe spürte, die bis heute täglich stärker wird. 



Wenn wir testend fragen: Calista, wie alt bist du? - Streckt sie jeweils ihre Hand mit allen fünf Fingern hoch und sagt: Vieri.
Calista, du bist doch fünf?! - (Ihr Gesichtsausdruck ist leicht genervt und mit bestimmter Stimme:) Nei, vieri.




Ich habe als Geburtstagsfestchen eine handvoll Kinder aus ihrer Spielgruppe zu einer Knet-Party eingeladen. Kneten liebten alle, auch die Jungs. Es war ein friedlicher, ruhiger Nachmittag und ich hoffe, dass Calista rundum glücklich war. Auf jeden Fall hat sie ihn sehr bewusst erlebt, sie wusste, dass es ihr Fest war, dass ihre "Gspänli" für sie kamen. - Obwohl, das Geschenke bekommen und auspacken ist ihr immer noch relativ egal. Sie strahlt, wenn sie ein Geschenk in die Hand bekommt, doch in der nächsten Sekunde kann sie es ungeöffnet wieder zur Seite legen und vergessen. Unverständlich für ihre Schwestern, die nun immer daneben sind und dafür sorgen, dass die Schnüre und Papiere trotzdem aufgerissen werden.









Vor ein paar Tagen meinte eine Bekannte zu mir am Telefon: Calista ist schon fünf?! Gell, jetzt wird es immer einfacher und leichter.

Leichter? Nein. Es wird noch nicht leichter. Im Gegenteil, es ist anspruchsvoller geworden. Für uns alle, auch für Calista. Weil sie ein eigenwilliges, unabhängiges und aufgewecktes Mädchen ist, leidet sie seit einigen Monaten an diesem Delta zwischen Wollen und Können. Sie will viel mehr, als sie bereits kann. Und ich finde, sie kann schon viel. Doch sie vergleicht sich täglich mit ihren grossen Schwestern und bestimmt auch mit den Spielgruppenkindern. Sie will genau gleich sein. Dasselbe können. Sich gross und selbständig fühlen. Ich mach! Ruft sie immer wieder und meint damit, dass sie etwas ganz alleine tun will, ohne Hilfe von Mama oder Schwestern. Das finde ich toll, doch bringt es auch immer wieder Frust, wenn es dann nicht klappt, so wie sie es will.

Calista ist auch grösser, schwerer und stärker geworden und wir haben öfters Meinungsverschiedenheiten, die dann physisch ausgetragen werden. Wenn sie sich zum dritten Mal wieder ausgezogen hat, wir aber dringend weg müssen. Wenn ich sie um halb zwölf von der Spielgruppe abhole und sie um zehn vor zwölf ihre Schuhe immer noch nicht anziehen will, wir aber nach Hause müssen, weil die Schwestern kommen. Wenn sie nach links laufen will, wenn wir nacht rechts müssen. Wenn sie nach rechts laufen will, wenn wir nacht links müssen. Sie in den Park will, wenn wir Milch, Brot und Eier kaufen gehen. Wenn wir in den Park wollen, sie aber auf die Strasse will. Ich versuche, diese Situationen zu vermeiden, in denen ich körperliche Überlegenheit einsetzen muss, dennoch haben ich fast jeden Abend erschöpfte, kraftlose Arme.

Nein, es ist noch nicht leichter geworden. Ich weiss, dass diese beschriebene Phase alle Kinder durchlaufen, doch wird sie bei uns länger dauern. Ich stelle mich noch auf ein paar Jahre ein. Ein paar Jahre, in denen Calista sich an ihrem Wollen-Können-Delta reibt. Und wir an ihr. Und sie an uns.

Ich versuche, den Alltag so zu gestalten, dass er beiden möglichst viel Freude macht. Ich gehe nun zum Beispiel meistens ohne Calista einkaufen. Sind wir sonst unterwegs, nehme ich regelmässig den Kinderwagen noch mit, damit ich sie nicht tragen muss, falls sie nicht mehr nach Hause will, mit mir nicht in die gewünschte Richtung laufen will und Sitzstreik macht oder weg rennt. Oder ich nutze die Hilfe von andern Menschen, die mit ihr regelmässig auf den Spielplatz, ins Kindersingen etc. gehen, weil sie sich freut und bei ihnen handzahmer ist und nicht ins Muster auf-Mama-Opposition gehen muss. Oder ich singe inzwischen schon ganz selbstverständlich improvisierte Lieder aus dem Stehgreif, die davon handeln, was ich gerade von Calista möchte. Wunschlieder, Motivationslieder. Das funktioniert meistens sehr gut. Mit Liedern lässt sich Calista verführen. Und ich kriege das, was ich von ihr brauche, ohne Stress und Frust zu erzeugen. 

Freude am Alltag haben. Daran arbeite ich täglich. Denn der Alltag ist mein Leben und das Leben meiner Kinder. Freude ist für mich eine wichtige Lebensqualität. Und ja, es gibt immer wieder die Momente, in denen man grad mal kurz verzweifeln kann mit Calista. Aber in diesen Momenten steckt manchmal auch unglaublich viel Schönes, wenn man von seinem eigenen Standpunkt absehen und sich auf Calista einlassen kann, auf ihren Blickwinkel, auf ihre Wahrnehmung der Welt, auf ihre Wesensart. Sie lebt etwas Archaisches, Unverfälschtes, das mich immer wieder fasziniert und bereichert.

Danke Calista, für dein Sein. Seit fünf Jahren.


Herzliche Grüsse von Iren, die wieder versuchen möchte, hier öfters zu schreiben.


Dienstag, 3. Februar 2015

Calista am Klavier

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Herzliche Grüsse von Iren, die gerne Calista's improvisierten Klängen lauscht.

Übrigens hat sie im letzten Video beim Spielen ins geöffnete Klavier geschaut und gestaunt, was sich im Innern tut, wenn sie die Tasten drückt...