Montag, 5. Mai 2014

Ferienabschluss

Wir hatten zweieinhalb Wochen entspannte Frühlingsferien. Cosima hat täglich synchronschwimmen trainiert für ihren Wettkampf kommendes Wochenende in Luxemburg. Mein Kind wird das erste Mal ohne Mama oder Papa ins Ausland verreisen. Cosima hat heute erzählt, dass ein Mädchen aus ihrem Team nicht mit kommen darf, weil ihre Mutter Angst habe. Ich habe auch Angst, Cosima. Aber ich überwinde mich. Sie guckte mich erstaunt an. Ich lächelte etwas verlegen.

Zum Ferienabschluss löste Christian sein Versprechen ein, einmal mit Thalia ganz alleine ein VW-Bus Weekend zu verbringen. Thalia durfte mit Papa in ein Abenteuer tauchen. Wie freute sie sich und wie aufgeregt sie war. Wieder musste ich los lassen lernen. Als Christian die Fahrräder an den Bus montierte, konnte ich es nicht verkneifen zu sagen, dass er gut aufpassen soll und bitte nur auf ruhigen Straßen oder Naturwegen fahren. Mir war etwas bange...

Ich blieb also mit Cosima und Calista alleine zurück. Als wir von den beiden Vagabunden die ersten Fotos per Handy geschickt bekamen und sahen, an welchem schönen Ort sie mit dem Bus gestrandet sind und wie schön das Wetter dort war, wurden wir etwas neidisch. Cosima wollte sofort hin fahren, als Überraschung. Aber ich war dagegen, es soll Thalia's Wochenende mit Papa sein. Alleine. Ich schlug vor, auch ein kleines Abenteuer zu machen und wir buchten kurzerhand eine Nacht auf unserem Camping am See, Luftlinie ein Kilometer von unserem Zuhause. Wir buchten ein Safarizelt, da wir weder den Bus noch ein Zelt zur Übernachtung mitbringen konnten. Was wir in unserem Eifer zu wenig berücksichtigten, war das Wetter. Wir verbrachten eine sehr kalte, windige Nacht in einem ausgekühlten Doppelbett. Zu dritt kuschelten und rollten wir uns unter den Schichten von Decken wie die Füchse zusammen. Während Cosima und Calista schliefen, lauschte ich die halbe Nacht dem Wind, wie er die Äste der Weide aufs Zeltdach schlug und den nahen Wellen, wie sie ans Ufer peitschten. Die Natur war laut und ich horchte mit geschlossenen Augen.

Obwohl die Lage des Zeltes, direktestens am See, wunderschön war, blieben wir am Morgen nicht allzu lange, es windete immer noch eisig kalt und dies vergällte uns etwas die Freude. Wir sehnten uns danach, wieder richtig warm zu werden. Dies ließ uns den Luxus eines schützenden Hauses mit neuem Gefühl genießen...







Somit erlebten alle von uns einen abenteuerlichen Ferienabschluss, und heute morgen sind die Mädchen wieder gut gestartet. Der Alltag sei willkommen.

Herzliche Grüße von Iren, la Mamma

Kommentare:

  1. Was für schöne Fotos von einem windigen Zeltabenteuer, Iren! Nach dem Campingplatz mußte ich gleich einmal googlen, und es kommt Fern- und ein bißchen Heimweh nach Zürich auf, wie so oft nach einem virtuellen Besuch bei Dir.

    Ganz liebe Grüße aus dem frühlingshaften Schweden,

    Juliane

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    1. Liebe Juliane

      das war der Camping: http://www.fischers-fritz.ch/de/de/camping/impressionen.html
      wenn du aber wieder einmal nach Zürich kommst, dann sag es mir bitte vorher. Und dann kannst du auch immer zu uns kommen. Ehrlich. Herzlich willkommen! Aber ein Safari-Zelt-Abenteuer direkt am Seeufer ist natürlich auch traumhaft schön!
      Hast in meinem letzten Post gesehen, dass Lili mit uns campen kam? - Sie liebte es!
      Herzlicher Züri-Gruss
      Iren

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  2. Ich erinnere mich an eine Situation als ich noch jung war. Alle durften mit zu einer Freizeit, ich glaube es ging nach Russland. Damals durften alle aus meinem Ort mit, bloß ich nicht, weil meine Mutter Angst hatte. Ich hatte damals schon Probleme Kontakte zu knüpfen, und als alle wiederkamen, hatten sich natürlich Freundschaften ergeben oder vertieft, und ich stand noch mehr außen vor... :(

    Auch wenn es kalt und windig war, ich beneide euch :) EIn Zelt mit Doppelbett und Holzboden, welch ein Luxus. Sowas habe ich noch nicht gesehen :)

    Alles Liebe,
    Kivi
    von
    http://kivi.dreamwidth.org/

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    1. Liebe Kivi, ich verstehe die Gefühle deine Mutter natürlich auch, für Dich damals tut es mir natürlich leid. Man muss immer abwägen, welche Bedürfnisse am dringlichsten sind, welche Vorrang haben. Und hier ist klar, dass Cosima's Dabeisein in Luxemburg viel wichtiger ist als meine Angst. Angst ist ein Gefühl, meistens nicht wirklich gut ist. Es verhindert. Aber das sind Dinge, die man sich heute wahrscheinlich auch bewusster ist als früher.

      Liebe Grüsse!
      Iren

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  3. Also ein abendteuerreiches Wochenende für alle Familienmitglieder.
    Toll! Auch wenn es etwas ungemütlich war am See. Ein Erlebnis. Was die beiden eben nur mit Dir hatten. Das ist kostbar.

    Da drücke ich Cosima feste die Daumen für ihren Wettkampf in Luxemburg. Und den Eltern Mut und Zuversicht im Herzen. Wie wunderbar so mutige, freie und motivierte Kinder z haben :O)

    Ganz herzlichst grüßt
    Oona

    die sich sehr über Deinen Cornwall-Kommentar gefreut hat. Und geduldig weiter auf Bilder wartet...*lach*

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  4. Das Bild von den zwei Schwestern finde ich übrigens besonders entzückend!

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