Freitag, 2. Mai 2014

klitzekleines VW-Bus Abenteuer

Der Motor war schon gestartet, da rief Cosima von hinten: Mama, Papa - können wir auch mit übernachten? Ich schaue Christian kurz von der Seite an, er blickt mich kurz an und wir lasen in unseren Augen beide ein Ja. Ich öffnete meine Fahrertüre, stieg aus, schloss die Haustüre nochmals auf, rannte die Treppe hoch und packte in aller Eile Pyjamas, Decken, Zahnbürsten und frische Kleider ein. Es war Ostersonntag, Nachmittag.

Eigentlich wollten wir mit unserem normalen Auto nach Basel fahren und den Großeltern einen Besuch auf dem Friedhof abzustatten. Während wir von unserem Oster-Nestchensuchen-Ausflug  im Park wieder nach Hause spazierten, konnte ich Christian überzeugen, mit dem VW-Bus nach Basel zu fahren, damit wir ein Hauch von Abenteuer haben. Ich würde dann Spaghetti und Pelati einpacken und uns irgendwo in der Natur ein Abendessen zubereiten. Dann wieder nach Hause fahren. 

Zehn Minuten später, nachdem Cosima die Frage stellte, fuhren wir los und überlegten, wo wir übernachten wollten. Jura? Bielersee? Schwarzwald? Elsass? Elsass.

Wir wollten uns aber genug Zeit nehmen, um den Großeltern einen Besuch abzustatten und ihnen frische Blumen aufs Grab zu pflanzen. Danach mochten wir nicht mehr weit fahren. Es blieb uns ja nur eine Nacht, Christian hatte keine Ferien und musste am Dienstag wieder zur Arbeit.



Auf dem Hinweg waren die Kinder müde, doch auf dem weitläufigen Friedhof kamen die Lebensgeister schnell wieder zurück und wir mussten sie mehrmals mahnen, dass hier kein Spielplatz sei... Vergeblich. Doch eigentlich tut so einem Ort die kindliche Energie gut, finde ich. Der Lebenskreis soll sich schließen. 



Wir kauften rot-orange Mohnblumen und pflanzten sie vergnügt ein. Die Sonne schien, es war warm.





Im Elsass fanden wir einen Campingplatz neben einem Storchennest. Das Storchenpaar brütete Eier aus und es roch nach Grün und Blau. Der Abend war lau und friedlich. Die Kinder spielten mit Campingnachbarn Pingpong, sie schnitzten kleine Stecken zu Buttermesser, der Kirchturm des nahen Dorfes läutete österliche Glockenklänge und wir kochten ein einfaches Abendessen unter frühlingsfrischem Blätterwerk. Campen gibt Frieden ins Herz, weil man irgendwo in der Natur hockt und nichts zu tun hat außer eine paar Gemüse zu schneiden und in der Pfanne zu rühren. Der Abend schleicht sich heran, die Dunkelheit legt sich langsam nieder, kleine Lichtlein gehen an. Es wird ruhig.





Nach einem Kaffee und frischem Baguette fuhren wir am nächsten Morgen wieder nach Hause. - Es war sehr kurz und sehr schön. Ein Vorgeschmack auf den Sommer...

Herzliche Grüße von Iren, die gestern Abend von Thalia gefragt wurde, ob man die Großeltern sehen könne, wenn man beim Grab anfangen würde in der Erde zu graben...

Kommentare:

  1. Hallo Iren,
    Oh, wie schön für die Kinder, wenn die Eltern so spontan sein können. Ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag, der allen gut tut.
    LG
    Manu

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    1. So kleine Alltagsausbrüche halten uns lebendig... Und ja, wir haben als Eltern andere Schwächen, aber bestimmt nicht mangelnde Spontaneität ;-)

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  2. Wunderbar! Eure Spontanität werden die Kinder für immer im Herzen haben. Viel, viel später heisst es dann: "Weisst Du noch, damals ....!"
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. "...,damals...!" - Oh mann, da werd ich gleich jetzt schon nostalgisch... ;-))

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  3. Liebe Iren,
    so schön euer spontaner Ausflug.... erinnert mich an die zeit als unsere Kinder noch klein waren! Sie liebten es mit dem Camper zu verreisen... genossen es mit uns auf kleinstem Raum zu leben, immer in der freien Natur zu sein, neue Bekanntschaften zu machen! Somit war es immer ein Fest mit wenn es hieß wir verreisen. Unser Camper war dann auch unser kleines Schneckenhaus! Einmal schafften wir es sogar für 6 Wochen zu verreisen.... von Graubünden in den Iran und zurück! Wohl eine der schönsten Zeit, welche wir zusammen erlebten. Die Kinder damasl 7 und 4 1/2! Gerne denke ich an unser kleines Abenteuer zurück! ..... und die Kinder unterdessen Jugendliche erzählen noch immer von unserer gemeinsamen Zeit mit unserem Schneckenhaus!
    Danke, fürs Teilen deiner schönen Bilder und macht weiter so.... denn die Kids werden es nie vergessen. Das sind prägende Momente :-)
    as lieabs Grüassli
    Yvonne

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    1. Wow, bis nach Iran seid ihr verreist, ich staune und bewundere Euren Mut!
      Es ist genau so, wie du schreibst: auf kleinstem Raum gemeinsam zu leben, immer in der freien Natur und immer wieder neue Bekanntschaften. Das sind genau die Qualitäten, die ich so sehr schätze an unseren VW-Bus Abenteuer. Wir sind nicht die Campingtypen, die einen festen Campingplatz mit kleinem Vorgärtchen geniessen. Wir mögen das Abenteuer... Das Schneckenhaus, das auf Reisen geht...
      Herzliche Grüsse ins schöne Bündnerland!
      Iren

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  4. Danke für´s Mitnehmen. Ich wollte schon immer einmal ins Elsass.
    Manche Bilder sind so berührend.
    Herzliche Grüße
    Oona

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    1. Dann musst du einfach hin gehen! Und von dort fährst du dann nach Calais und nimmst das Schiff nach England. Cornwall ist dann nimmer so weit ;-)) Oder reist der französischen Küste entlang bis in die wunderschöne Bretagne nach Roscoff und nimmst von dort das Schiff nach Plymouth. Dann bist du sozusagen vor der Tür von Cornwall... Alles ist da und wartet auf Dich!
      Ich werde bald noch die Bilder von letztem Sommer posten, vielleicht kannst du dich dann nimmer zurück halten und gehst gleich Deine Reise buchen?
      Gute Nacht und träume süss... :-)
      Herzlich, Iren

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  5. Wunderschön! Und dass du noch Zeit findest, darüber zu berichten und reflektieren, liebe Iren, ist grad noch mal wunderschön. Im Fluss sein und zugleich am Fluss stehen, dann bist du der Weisheit schon sehr nahe! Geniesst diese intensive Zeit, ihr tut der Welt richtig gut! Lieben Gruss, Meret

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    1. Sei fest umarmt, liebe Meret! Ich denke oft an dich und frage mich, wie es dir geht...?
      Herzlichst, Iren

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  6. Schade daß irgendwie nicht alle Bilder bei mir laden, aber die, die ich sehen kann, sind wunderschöpn. Ich bin auch ein Campingfan, schon immer gewesen. Einfach entschleunigen.


    Beste Grüße,

    Kivi
    von
    http://kivi.dreamwidth.org/

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    1. Du kannst nicht alle Bilder sehen? Ja, das ist nicht lustig... Warum wohl? Sind sie zu gross?
      Dieses einfache entschleunigen mag ich auch so. Es fängt bereits an, wenn man im Bus sitzt und den knatternden Motor startet...
      Herzlicher Gruss,
      Iren

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  7. Oh, vielen lieben Dank für den Link, Iren! Diesen Post hätte ich sonst verpaßt! Wie rührend, mein (Euer) Puppenkind mit Euch auf Reisen zu sehen - ich bin mir sicher, es hätte keine besser Familie finden können!

    Seid umarmt und ganz herzlich gegrüßt,

    Juliane

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