Sonntag, 28. Oktober 2012

Die grösste Herausforderung als Mutter

Den Kindern einen geregelten, konstanten Rahmen im Alltag zu bieten und selbst diszipliniert die alltäglichen Routinen zu meistern, finde ich eine große Herausforderung. Aber die größte Herausforderung als Mutter ist für mich die mentale Präsenz.


Es sind die Momente, wenn die Kinder da sind und mir etwas erzählen oder zeigen, wenn sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit wollen. Nicht, dass ich das nie tue, aber oft ist mein Kopf in den Wolken, ich hänge Gedanken nach oder träume vor mich hin und merke erst, wenn ich "angeschrien" werde, dass eines meiner Kinder etwas von mir will, resp. dass ich gedanklich abgeschweift bin. 

Erst wenn Thalia wieder einmal laut und eindringlich ruft: Mama, hast du mir zugehört!?! Dann kommt oft kleinlaut von mir die Antwort: Nein, liebe Thalia, ich habe gerade etwas anderes studiert, bitte erzähle es mir nochmals.

Den Kindern auch in den kleinen Dingen ganz aufmerksam zuzuhören stellt für mich die größte Herausforderung dar, die ich täglich übe und die mir auch täglich misslingt.

Am einfachsten ist es für mich, wenn ich mit den Kindern aktiv etwas mache. Dann bin ich für sie da und ich kann dann auch gut konzentriert bleiben, wenn sie mir noch nebenbei kleine Geschichten oder Kommentare erzählen, die ihnen durch den Kopf geht. Bruchstücke aus ihrem grossen Gedanken-Fundus. Schätze aus ihrem inneren Wesen.

Halloween ist wieder eine schöne Gelegenheit, mit den Kindern an den Tisch zu sitzen und etwas zu backen oder basteln.

Wir haben gestern Monster Cookies gebacken, die ich bei The Idea Room gesehen habe. Die Zuckeraugen habe ich über Amazon bestellt, weil ich die bei uns noch nie gesehen habe.


Auch die Anleitung für die gruseligen Hexenfinger-Kugelschreiber habe ich bei The Idea Room gefunden. Sehr einfach und schnell zu machen, mit grosser Wirkung!

Ich habe Fimo gekauft, der nicht in den Ofen muss, sondern lufttrocknet, somit trocknet die Tinte des Kugelschreibers nicht aus.

Bei Design Mom findet ihr einen Video, in dem Gabrielle drei einfache, schöne Dekoideen zeigt. Ich mag diese schlichten Ideen sehr!

Die Vorlagen für die Mäuse findet ihr hier: MarthaStewartVorlage bei Bubble. Ich habe die Mäuse auf einen dicken Filz (ca.5mm) mit weißer Kreide gemalt und mit dem Schneidemesser ausgeschnitten, so kann ich sie nächstes Jahr gut wieder verwenden. Ich mag die filzige Textur, das passt gut zu den Mäusen, nicht? Und nun kommen sie bei uns auch auf die Treppen, die Mäuseinvasion ist im Anmarsch!


Dieses Jahr habe ich die Spinnen als Thema gewählt. Ich mag ja Spinnen nicht besonders und als wir in unser Haus hier eingezogen sind, hatten wir viele dicke, schwarze Kellerspinnen im ersten Jahr. Nicht im Keller, sondern überall waren sie. Es ekelte mich, denn wenn ich nachts barfuß aufs WC gehen musste, hatte ich keine Lust, mich von diesen Dingern erschrecken zu lassen. Ich erwog sogar eine Spinnengiftbehandlung im Außenraum zu machen, damit wir sie los werden... Aber irgendwie kam mir das doch total absurd vor. Die Spinnen sind ja verhältnismässig klein, nicht giftig und tun uns überhaupt nichts an. Nur ihre unkontrollierbare Präsenz erschreckt mich.

Also entschied ich mich, nicht die Spinnen zu behandeln, sondern mich. Ich sprach mir gut zu und ermunterte mich, mich an sie zu gewöhnen. Es klappte recht gut. Im zweiten und dritten Frühling hatten wir interessanterweise weniger als die Hälfte der Spinnen, die wir im Vorjahr noch hatten. So haben wir, die Tierchen und ich, einen Weg gefunden, miteinander zu leben. 

Dieses Jahr wollte ich sie ehren und ihnen Raum geben in unserem Heim mit einer Halloween Dekoration.



Das riesige Stubenfenster habe ich komplett mit einem Spinnennetz überzogen und ein paar Tierchen reingesetzt.
Auch wenn ich als Kind nicht mit Halloween groß geworden bin, habe ich diese Zeit lieben gelernt. Ich mag es, einmal im Jahr die gruseligen, erschreckenden und angstvollen Seiten in einem nach außen zu kehren und sie zu feiern. Dass die Kinder dann noch als Hexen oder Gespenster in den Straßen rumziehen und Süßigkeiten bekommen, finde ich ok. Die Kinder lieben es!



Huuuuhuuuuu - happy Halloween....!

x Iren, die nun wieder ihre Aufmerksamkeit den Kindern schenken wird.

Kommentare:

  1. Alles hat seine Herausforderungen im Leben. Z.B. allein zu leben und Freundinnen zu haben, die ihr Leben auf Partnerschaft und dazu noch Kindern ausgerichtet haben. Es ist wie es ist.
    Die Herausforderung allein lebend ist es dem Wochenende einen Struktur zu geben, den Dingen und dem Leben einen Sinn und dabei zumindest oft zufrieden zu sein.
    Wenn nienamd etwas von Dir möchte und selten jemand Raum hat für Dich, dann ist es auch eine tägliche Herausforderung im Leben zu bestehen.

    Hänge meinen Gedanken fast immer frei nach. Da kommt eine schnell in ungute Gedankenräume und gibt Dingen eine Wichtigkeit, die wenig mit dem wahren Leben zu tun haben. Bei drei Kindern und einem Mann und dem eigenen Leben darin bleibt eine wahrscheinlich dicht am Puls des Lebens.

    Alles hat seine Vor- und Nachteile. Schön in deinem Blog beides zu finden.

    Deine Kinder haben Glück, dass sie eine Mutter haben, die sich ihrer "Schwächen" bewußt ist und versucht damit günstig umzugehen.
    Andererseits wird es eines Tages so sein, dass nicht permanent und ständig und immer offen ihnen jemand zuhört... hm...aber mit einem gesunden Boden in ihrer Sssele werden sie hoffentlich sich eines Tages meistens auch wortlos verstanden und gebliebt fühlen.

    Ich hoffe, dass meine Worte richtig ankommen.

    Eure Wohnung mit Spinnen zu dekorieren finde ich gewagt :O), aber es sieht gut aus. Auch die kleine Mäuse-Armee wird sicherlich schön. Und flauschig. Qiek.
    Am besten finde ich die Monster-Kekse. Wie einfach zu erstellen und doch so klasse. Dann mag "Allerseelen" mal kommen. Ihr seid gut vorbereitet.
    Meine Mutter verschenkt an der Tür übrigens schöne Äpfel. Da staunen die Kinder und meine Mutter sagt zu ihnen freundlich :"Wieso? Die sind doch auch süß."

    Euch und dir einen gemütlichen Sonntag.
    Oona

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    1. Liebe Oona

      Danke für deine Worte!
      Ich kenne diese Gefühle, die Du von Dir beschreibst. Die hatte ich früher auch, bevor ich Kinder hatte... Und glaube mir, ich habe eine Hochachtung vor Dir und allen anderen Menschen, die sich ohne Familien durchs Leben schlagen... Denn die Frage nach dem Sinn des Lebens stelle ich mir nicht mehr, seit ihr Kinder habe. Ich habe schlichtweg auch keine Zeit mehr dazu... Aber es ist schon so, alles hat seine positiven und negativen Seiten und oft spiel bei den Lebensentwürfen auch das Schicksal mit.

      Was ich mit der mentalen Präsenz auch meinte sind Situationen, in denen mir Thalia anfängt etwas zu erzählen und ich dann, während sie erzählt, gedanklich abschweife und nicht mehr zuhöre. Das spürt sie dann meistens sofort... Das geduldige Zuhören ist nicht immer einfach und verlangt von mir viel Präsenz.

      Deine Mutter finde ich übrigens wunderbar! Ja, und wie Äpfel süss sein können, sie hat so recht! Cosima hat auch schon Äpfel gekriegt und fand das ganz ok. Aber klar wünschen die Kinder sich Bonbons ;-)

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    2. Das mit der Hochachtung fällt gerade heute bei mir auf eine etwas müde Seele. Danke, liebe Iren!

      Und möge es am Mittwoch Bonbons quasi regnen :O)

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  2. Ich kann dir gut nachfühlen, auch ich ertappe mich oft dabei, wie meine Gedanken umherschwirren, irgendwo sind, nur gerade nicht hier im Raum bei meinen Kindern. Ich arbeite daran. Das Wichtigste ist wohl wirklich, das sich Bewusstwerden und die eigene Aufmerksamkeit vermehrt bewusst zu lenken...
    Tolle Ideen, die du da immer sammelst und mit den Kindern ausprobiert! :-) ich persönlich mag Halloween gar nicht. ;-)
    Ganz liebi grüäss, anja

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    1. Hmm, du magst Halloween nicht? - Je nachdem wie es bei Euch in der Umgebung Sitte ist, wirst Du bald nicht mehr ganz drum herum kommen ;-) Wenigstens mal einen kleinen Kürbis aushöhlen und ein Lichtlein rein stellen... Nein?

      Zwinkernde Grüsse
      iren

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    2. Bis jetzt hat noch nie jemand an der Türe geklingelt... Aber wer weiss, zu was für Partys mein Grosser einmal eingeladen wird. ;-) Hihi, ein Kürbis mit Lichtlein, das könnte ich mir tatsächlich noch überlegen :-D
      Ganz liebi grüäss, anja

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  3. Genau damit habe ich mich die letzten Tage auch beschäftigt ... Moritz erzählt, ich schweife mit Gedanken ab und stelle auf "Durchzug" bis ich mich dabei ertappe und mir vornehme, wieder bewusster zuzuhören.

    Ich liebe deine Halloween-Ideen!! Viel Sapß bei den letzten Vorbereitungen und ein schön-gruseliges Fest. ;-)

    Liebe Grüße,
    Miriam

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    1. Ach, dieses geduldige, interessierte Zuhören ist so schwierig manchmal! Bei Thalia habe ich das stärker als bei Cosima, weil sie weniger schnell spricht und länger braucht, bis sie die richtigen, Wörter resp. Formulierungen findet. Dann tut es mir umso mehr leid, weil sie mehr Bemühungen hat beim Erzählen und ich genau deshalb dann öfters mal "abhänge".

      Sei auch liebstens gegrüsst, iren

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  4. Liebe Iren,

    was du beschreibst kenne ich auch. Dabei sind die Momente so kostbar in denen man den Kindern wirklich begegnet, ihnen mit ganzen Ohr und Herzen zuhört. Aber oft ist der Alltag übervoll. Oder das Gefühl so groß, dass der Alltag so voll ist und die Zeit so knapp.

    Liebe Grüße
    Nula

    O je Halloween kommt in diesem Jahr aus zum ersten Mal auf mich zu.
    Unsere Jüngste ist hat sich verabredet und ist voller Vorfreude. Da muss ich mich innerlich noch ganz schön weiten bis ich das so sehen kann wie du. Aber schöne Sachen habt ihr gebastelt.

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