Donnerstag, 22. Dezember 2011

einer ist immer dagegen - darum Beule

So läuft es doch, wenn es um die Diskussion von Haustieren geht. Der eine will eher eine Katze, weil sie unabhängiger ist, der andere einen Hund oder gar nichts von beidem. Und dann kommt ein Meerschweinchen oder Hamster als Kompromiss ins Haus. Mir ist das schon mehrmals aufgefallen, wenn ich mit Freunden und Bekannten über das Thema sprach. Speziell um die Frage eines Familienhundes. Irgendwann wünschen sich die Kinder sehnlichst ein Tier, die meisten Kinder einen Hund. Doch einer ist immer dagegen. Entweder die Mutter oder der Vater scheuen den Aufwand und die Verantwortung. Bei uns ist es Christian, der sich nicht so von der Idee hinreißen kann, einen Hund zu haben. Ich wäre dabei, zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Calista ein bisschen älter ist. Die Kinder liegen uns oft in den Ohren damit. Viele Tränen habe ich abends, beim Gute-Nacht-Kuss geben, schon weggewischt. Mami, ich wünsche mir so sehr ein Haustier! - Ja, mein Schatz, wir werden sehen...


Irgendwann kam die Idee auf, einen Hund mal hüten zu dürfen. Eine gute Gelegenheit, Erfahrungen damit zu sammeln und zu testen, wie lange die Kinder Feuer und Flamme sind, wie schnell es geht, bis der erste Enthusiasmus abflacht. Wir wurden aber nicht aktiv und der Gedanke verlief sich wieder im Sand. Dann war da noch die Idee mit den Lemmingen. Die leben nur zwei Jahre wie Hamster, sind aber tagesaktiv. Wir haben den Kompromiss gefunden. Und geplant. Die Kinder sollten zu Weihnachten Lemminge bekommen. 


Aber es kam wieder anders.


Als ich nach Lemmingen im Internet suchte (man findet sie kaum in Tierfachgeschäften) stolperte ich über ein Hunde-Sitting-Inserat, wo "zufällig" jemand in unserer Nähe ein Plätzchen für ihren Hund suchte. Etwa zwei Tage pro Woche, während sie zur Arbeit musste. Wir haben uns gemeldet und seither haben wir Beule. Beule, unser Hund. Unser Hund für 1-2 Tage pro Woche. Es ist super! Für alle eine glückliche Situation. 

     
Fipsi war der erste, der keine Angst vor Beule hatte und sich ganz nah an ihn heran traute. Aber Fipsi ist auch ein "Hund", das ist dann nur logisch, dass die zuerst Freunde wurden.


Danach folgte Thalia. Sie war zuerst von Beule's Größe beeindruckt und war beim ersten Treffen ganz schüchtern. Doch schon bald haben die lieben, treuen Hundeaugen ihr Mädchenherz erobert und sie näherte sich ihm sachte. Sie machte Mutproben wie: die Hundepfote schnell berühren. Ihn am Ohr streicheln. Die feuchte Nase mit den Fingerspitzen an tippen. Sich zu ihm hinlegen, Kopf neben Kopf. Und zum Abschied hat sie ihn bereits umarmt und einen Kuss auf die Schnauze gedrückt. Sie hat gestrahlt und ich konnte ihr Herz förmlich aufgehen sehen.


Morgen kommt Beule wieder für den ganzen Tag zu uns. Die Kinder freuen sich sehr und ich mich auch. Ich freue mich, dass wir eine gute Möglichkeit gefunden haben, den Kindern eine Beziehung zu einem Tier zu ermöglichen. Es pflegen, verstehen, lieben und respektieren lernen. Einen Hund zu haben, ohne die ganze Verantwortung einer Hundehalterin. Ich habe kaum Erfahrungen mit Hunden und es ist für mich ein guter, sanfter Einstieg.

Und Lemminge gibt es nun keine. Wir sind glücklich über unseren Hund und froh, kein eingesperrtes Tier in unserem Haus zu haben. Froh, den besten Kompromiss gefunden zu haben, den wir für uns finden konnten. - Ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Wünsche Euch allen gute, letzte Tage vor Weihnachten. Ich stehe momentan ein bisschen neben den Schuhen, denn ich hatte in dieser Adventszeit einige schöne Nebenereignisse, die nichts mit Weihnachten zu tun hatten und mir das volle eintauchen in die stimmige Vorweihnachtszeit erschwerten. Das Wetter hilft auch nicht nach und die Zeit läuft bald ab. Hoffe, ich kann noch ein paar Plätzchen backen...

Geschgrieben von Iren, in der Nacht, bei prasselndem Regen.

Übrigens, ein bisschen Weihnachtsstimmung haben wir schon, lasst mich den Beweis antreten:







Kommentare:

  1. Liebe Iren,
    ich habe deinen Blog über den Adventskalender von Gabriela gefunden und werde auch in Zukunft bei dir mitlesen.
    Deine drei Mädchen sind toll und ich finde es sehr spannend ein wenig in euren Alltag rein zu schauen.
    Ich bin mit meinem "Tanti" ,welches Trisomie 21 hat, aufgewachsen für mich war sie wie eine Schwester und ich habe erst im Erwachsenenalter bemerkt,dass sie "anders"als ich ist. Aber manchmal möchte ich den Menschen sagen können was für eine unglaubliche Bereicherung mein "Tanti" für mein Leben war/ist.
    Mich verbindet eine tiefe Liebe mit einem ganz besonderen Menschen und ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung!

    Ich wünsche euch eine schöne Weihnacht und gaaaanz viele erfüllte Wünsche für deine zauberhaften Mädchen.
    Liebe Grüsse aus dem Emmental.Pia

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  2. Ein Hund ist immer toll! Ich selbst hatte schon immer einen Hund (unser erster Familienhund war drei Jahre älter als ich und war ein wenig eifersüchtig als ich auf die Welt kam)
    und ich liebe diese wunderbaren Tiere.
    Ich denke euer Hundesitting ist wirklich ein guter Einstieg, denn ich kann dir versichern, ein Haustier kann nur gut für Kinder sein!
    Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest, das keinen Wunsch unerfüllt lässt.

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  3. Das ist ja eine schöne Lösung und euer Hund sieht einfach nur klasse und sooo gelassen aus;)Ich denke er hat genau das richtige Gemüt für drei Mädels;) Ich wünsche euch eine gute Zeit mit eurem "neuen" Hund!
    JenMuna

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  4. Das mit dem Hunde-Sitting ist wirklich eine ganz wunderbare Idee & Lösung. Dazu noch dieser entzückende Hund.
    Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr die Kinder sich darüber freuen.

    Gruß
    Oona

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  5. Die perfekte Lösung mit dem Hundesitting.
    Ich musste ja schlucken als ich den Namen des Stoffhundes gelesen habe. Unser Hund hieß nämlich auch Fipsy. Leider mussten wir uns letztes Jahr von ihr verabschieden, da sie schon ein stolzes Alter erreicht hatte und an Rheuma litt.

    Ich wünsche euch noch schöne Tage, auch wenn sie nicht sehr winterlich sind.
    Sophia

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  6. Liebe Sophia, tut mir leid wegen Fipsy... Sich von einem Tier zu verabschieden, das mit einen treu ein Stück Lebensweg gegangen ist tut sehr weh.
    Beule ist auch eine treue Seele, sehr geduldig und sanft. Dazu noch sehr, sehr gut erzogen, ohne Befehle und Hundeschule, das beeindruckt mich!

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