Freitag, 7. September 2012

Ein Fotoabend mit uns - Teil 1

Dazu lade ich Euch heute ein. Ich möchte gerne noch Bilder zeigen von unseren Sommerferien. Zuerst dachte ich an einen größeren Bericht, doch bestimmt mögt Ihr gar nicht so viel lesen. Lieber ein paar kommentierte Fotos anschauen, oder?

Gut.

Wir sind am Sonntagabend um fünf Uhr erst losgefahren. Mit spontaner Routenänderung: ab nach Kroatien. Unsere erste Übernachtung war im Engadin bei 4° Celsius und wir waren froh, dass Cosima darauf bestanden hat, doch noch ein paar wärmere Decken einzupacken. 

Die Fahrt durch den Nationalpark und über den Ofenpass war so schön, dass wir uns schworen, hier einmal länger Halt zu machen.




Nach dem Südtirol zweigten wir spontan rechts ab an den Gardasee. Wir hatten es nicht eilig und grosse Lust, diesen wunderschönen See, wie man sagt, auch einmal kennen zu lernen und zwei Tage dort zu verbringen. 



Dort am Gardasee fing ich an, Camping zu lieben. Aber nicht jede Tageszeit mag ich. Die Nachtmittage und vor allem die frühen Abende, wo die meisten ihre Grilladen auf die Kohle legen und es von überall danach riecht, die mag ich nicht so. Nein, das ist nicht meine Zeit. Ich liebe es, wenn es anfängt ein zu dunkeln, wenn der Mond am Himmel steht und es ruhiger wird. Dann spaziere ich durch den Camping und schaue zu, wie sie mit kleinen Lichtern vor den Wohnmobilen oder Zelten zusammen sitzen, Spiele machen, etwas diskutieren. Einige haben Instrumente dabei und es wird musiziert und gesungen, so dass man noch von Weitem mit lauschen kann. Die Kinder fahren vielleicht noch mit dem Fahrrad ein paar Runden oder spielen Federball. Die Stimmung ist sehr friedlich und heiter. Ein Gefühl von einer Gemeinschaft kommt auf, auch wenn man sich nicht kennt. Diese Campingromantik hat es mir angetan.



Der Gardasee ist recht kalt und die Mädchen spielten länger mit den Wellen, als sie wirklich darin schwammen. Doch mutig wurden sie dann doch noch und machten einige Schwimmzüge. Sogar ich konnte mich überwinden und tauchte ein. Nicht lange... Brrr!





Feines italienisches Essen direkt am Wasser, wie wir immer davon träumen, erlebten wir auch. Mit Kellnern, die ihren Beruf lieben und mit einer Würde dienen, wie es nur die Italiener beherrschen. Hier hat mir der Kellner das Rezept für die Torta Sbrisolona verraten, nachdem wir uns die Lippen nach den letzten Brosamen abgeleckt haben.




Mit anschließender Siesta für Calista und Gelati für die Großen. Alle Bedürfnisse wurden abgedeckt. 


Thalia ist kein Wolfskind, sondern ein Affenkind. Wirklich. Sie klettert auf jeden Baum und bleibt unendlich lange auf den Ästen sitzen. Sie liebt es, im Baum zu verweilen und runter zu gucken. 



Zwei Tage später reisten wir weiter nach Kroatien. Und wussten dabei nicht, dass nach Triest zuerst ein schmaler Landstrich von Slowenien kommt. Nur für eine halbe Stunde.


Und dass man in Kroatien nicht mit Euros bezahlen kann. In Kroatien bezahlt man mit Kronen. Wusstet ihr das? Man hat nie ausgelernt.



Es ist bereits spät für mich und ich muss eine Schlafpause einlegen. Jene, die gerne weiter schauen möchten, vertröste ich auf den nächsten Post. Ich erzähle weiter, denn ich habe noch einige Fotos...

Schlaft Euch schön!
xxx iren



Mittwoch, 5. September 2012

"Wer hat denn keine Schwächen?"

Von Martina, die wir mit ihrer Familie letztes Jahr in Kreta kennen gelernt haben (es ist Zeit für ein Wiedersehen, gell Martina!), habe ich den Hinweis bekommen, dass am vergangenen Montag auf DRS3 die Sendung von Anna Maier kam: Schauspieler mit Down Syndrom: "Wer hat denn keine Schwächen?"

Es ist eine gut moderierte Sendung von Anna Maier, in der sie mit den beiden Schauspielern Julia und Damian spricht. Spontan und frisch erzählen die beiden aus ihrem Leben und der momentanen Theatertournee, die sie durch ganz Europa führt. Mir wurde es ganz warm ums Herz, als ich den Stimmen der beiden jungen Menschen zuhörte. Die Sendung dauert eine Stunde und ist auf schweizerdeutsch gesprochen: Focus.

Zudem hat der Schweizer Liedermacher Linard Bardill in der aktuellen Coopzeitung ein Interview gegeben über das Leben mit seinem achtjährigen Sohn, der das Down Syndrom hat. Anlässlich seiner neuen CD und Buch "Der kleine Buddah"

All diese Interviews und Sendungen und Bücher und Gespräche und Diskussionen und und und... finden nun statt, wegen des neuen Bluttests von LifeCodexx. Ich bin froh, dass nicht nur der Bluttest diskutiert wird, sondern bei dieser Gelegenheit das Down Syndrom auch als eigene, schöne Lebensform gezeigt werden kann. Wolfram Henn (Humangenetiker am Universitätsklinikum des Saarlandes und Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer) meint zum neuen Test: "Es wird der ethisch völlig falschen Vorstellung Nahrung gegeben, es gelte die Geburt von Kindern mit Down-Syndrom mit allen Mitteln zu verhindern." Ich kann nur zufügen: Raus, ihr speziellen Menschen, in die Öffentlichkeit! Es lebe die Inklusion

Es grüsst Euch iren, die nun, mit der verspielten Stimme von Julia im Ohr, den Kopf aufs Kissen legt und die Decke über die Nasenspitze zieht. Und ich denke - Wie vielfältig ist doch das Leben, wenn wir es nur zulassen...




Montag, 3. September 2012

Auf hoher See...

...waren die Kinder am kühlen Sonntagmorgen. Sie haben gespielt mit Playmobil, Holzpuppenhausinventar, Plastikkisten und was sich sonst noch alles finden ließ im Sammelsurium von Thalia's Spielkisten.



Was sehr chaotisch und unordentlich aussah, war aufgebaute Spielwelt. Und wehe, Calista kam und veränderte etwas! Immer wieder wurde ihr, mit viel Kriegsgebrüll, die Gegenstände aus der Hand gerissen. So widmete sich Calista dann liebevoll ihrer Puppe Emma, die sie von Cosima vererbt bekam.



Ich verstand es nicht, weil der Charakter des Chaos in meinen Augen unverändert blieb. Ob nun Calista etwas anfasste oder nicht, machte für mich keinen Unterschied. Doch die Kinder haben alles genau platziert und choreographiert. Die vielen "Floße", "Boote" und "Yachten", wurden beladen für den großen Umzug. Wie auf der Arche Noah haben sie alles gerettet, die Holz- und Plastikspielwelt miteinander gemischt und verladen und auf hoher See durch den Sturm an ein neues, sicheres Ufer geführt.






Mehrere Stunden haben sie sich mental verabschiedet und blühten auf in ihrer Phantasiewelt. Bis Thalia weinend zu mir kam und sich den Oberarm hielt, der noch rot war, weil Cosima zu stark zupackte. Ich legte den Kochlöffel zur Seite, schaltete den Herd etwas zurück, nahm Thalia in meine Arme und hörte zu, wie sie jammerte, dass sie das Schiff nicht besser an das andere Schiff anhängen konnte und Cosima dann wütend wurde. Darauf kam Cosima aus dem Zimmer und beklagte sich, dass Thalia sich extra keine Mühe gab und so das ganze Schiff zum kentern gebracht habe. - Ich nahm keine Partei ein, sondern setzte die Mädchen an den Tisch und bot ihnen die Suppe an, die ich eben fertig hatte. Kinder die Hunger haben streiten, das habe ich gelernt. Erwachsene die Hunger haben streiten auch, wir zumindest, Christian und ich.  Viele Streits haben sich in Luft aufgelöst, sobald die Bäuche wieder voll und der Zuckerspiegel im Blut wieder gestiegen war. So versuche ich stets, das Familienboot auf hoher See rechtzeitig an voraussehbaren Stürmen vorbei zu lotsen... Essen, um einander wieder genießen zu können.(Dies, zur Ergänzung meines letzten Posts ;-))

Am Samstag hatten wir Freunde zu Besuch und diesmal habe nicht ich die Kochhaube aufgesetzt, sondern die Kinder, Christian und sein Freund Roland. Während seine Frau Bettina und ich uns aufs Sofa zurück verzogen und ihre Jungs draußen Microscooter fuhren. Es machte allen Spaß, aber das Team in der Küche zu beobachten war besonders schön.





Bitte, kocht wieder mal für uns, es schmeckte hervorragend!

xxx iren.

Samstag, 1. September 2012

Gemeinsam geniessen

Der August ist zu Ende und damit ist auch unser Hochzeitsmonat vorbei. Wir heirateten Ende August, an einem heißen Sommertag, vor acht Jahren. Dieses Jahr sind wir doppelt so lange zusammen, wie wir verheiratet sind. Das ist schon fast wie ein Jubiläum.

Normalerweise gehen wir zusammen essen, wir zwei, Christian und ich. Dieses Jahr kamen aber unsere Freunde aus New York, genauer gesagt, unsere Trauzeugen, und wir entschieden spontan, mit ihnen und unseren Kindern essen zu gehen. Eine Pizza beim Italiener ums Eck. Einfach, schlicht und schön. Eine richtig gute Pizza ist ein Festessen, nicht?
Damit Christian und ich aber dennoch einen feierlichen Moment zu zweit hatten, bereitete ich etwas Süßes vor, das wir dann gemeinsam genossen, als die Kinder im Bett waren und wir noch zusammen auf der Terrasse saßen.




Gemeinsam genießen gehört zu unserem Eheritual. Es tut uns gut und wir brauchen das, in der Hektik des Alltags zwischendurch immer wieder mal kurz eine Auszeit zu nehmen und zusammen ein Glas Wein oder eine Tasse Tee zu trinken und dazu etwas Feines zu knabbern. Es erinnert uns daran, dass wir gerne zusammen sind, dass wir uns lieben.

Für diesen Hochzeitstag bereitete ich eine Torta Sbrisolona vor. Wir aßen das am Gardasee, diesen Sommer, und es schmeckte uns super gut. Da der Kuchen trocken ist, trinkt man dazu ein Gläschen Reciotto, ein süßer Dessertwein. Köstlich. Das ließ uns nochmals die Ferien aufleben und an die schönen Momente erinnern.

Gleichzeitig kündet dieses Rezept auch den Herbst an, weil diese Version mit Baumnüssen gemacht ist. Frische Baumnüsse, die mit dem ersten Herbststurm zahlreich von den Nussbäumen fallen und zusammen gelesen werden können. Ich freue mich auf diesen Moment! Wein, respekiv Trauben, ist ja auch eine Frucht des Herbstes. Ein schönes, saisonales Duett also.

Wer Dessertwein mag, der soll dieses Rezept unbedingt mal ausprobieren. Ich habe den Kellner mit Augenaufschlag gefragt, wie man diese "Torta" macht und er hat es mir verraten:

Torta Sbrisolona:

200g helles Mehl (ich nahm Dinkelmehl)
200g Maismehl (oder feiner Maisgriess)
200g Baumnüsse, grob gehackt
150g Zucker
2    Eigelb
150-200g Butter, kalt und in Stücke geschnitten
1/2 TL Vanilleextrakt
Zesten einer Bio-Zitrone
Prise Salz

Mehl mischen, Zucker, Salz und Zitronenzeste dazu geben, dann das Eigelb, Vanilleextrat und die Butter und mit den Fingern wie beim Mürbeteig alles zusammen verkneten. Dann die Baumnüsse dazu geben. Den Teig auf ein, mit Butter ausgeriebenes, Blech geben und von Hand zu einem rechteckigen oder runden Fladen von ca. 2-3cm Durchmesser flach drücken. Der Teig soll nicht ausgerollt werden, sondern noch diese leichte Unebenheit durch die Fingerarbeit vorweisen.

Bei 170° im vorgeheizten Ofen ca. 30min backen. Noch warm mit Zucker bestreuen. Wenn ausgekühlt, von Hand in Stücke brechen und  roten Dessertwein dazu servieren. Reciotto della Valpolicella passt ideal dazu. Aber ich kann mir auch eine feine Tasse Kaffee oder Tee dazu vorstellen. 


Ich grüße Euch herzlich zum 1. September!
x iren




Freitag, 24. August 2012

Eingewöhnung

Ich nickte und schaute mir den Plan an, den ich vor mir sah. Ja, das ist gut. Fangen wir mal an und dann sehen wir, wie es geht! Die Kinderbetreuerin lächelte und sagte, dass jedes Kind anders sei mit der Eingewöhnung, der Plan gäbe nur so eine Idee. Ich war gespannt, wie Calista sich in der Krippe einleben wird. Meine Kleine...

Unser Kinderarzt hat uns ans Herz gelegt, Calista in eine Krippe zu geben, wenn sie so ungefähr zwei Jahre alt ist. Sie werde dort sehr viel lernen und profitieren können und die anderen Kinder von ihr. So haben wir, "auf Rezept des Arztes", Calista für die Krippe angemeldet. Jene Krippe, die bei uns im Quartier ist. Mehr noch. Die Krippe, die im gleichen Haus ist wo wir früher gewohnt haben, wo Calista zur Welt kam.

Wir kennen die Krippenleiterin und einige Mitarbeiterinnen vom Zusammenleben im Haus. Wir haben die Waschmaschine geteilt und einander immer nett gegrüßt und kleine Schwätzchen gehalten. Sie haben uns auch zur Geburt von Calista ein paar warme Wollfinklein als Willkommengeschenk vor die Tür gelegt. Es besteht also schon eine gute Beziehung zwischen uns und der Krippe, das machte es für mich viel einfacher.

Am ersten Tag der Eingewöhnung blieb ich zwei Stunden mit Calista. Sie spielte mit den anderen Kindern, setzte sich ihrer Betreuerin auf den Schoss, bürstete ihre tollen Haare und zeigte mir zwischendurch mal was. Es war gut und wir gingen fröhlich nach Hause. Am zweiten Tag ging ich dann eine Stunde weg und wollte mich von Calista verabschieden. Tschüss, Calista, Mama geht einkaufen und kommt dann wieder. Und ich beugte mich zu ihr hin, um ihr einen Kuss zu geben. Sie hielt die Augen auf ihren Puppenwagen gerichtet und stieß mich mit der rechten Hand weg. Nä! Ich musste lachen und war froh, dass sie es überhaupt nicht interessierte, mein Weggehen. Doch als ich die Tür hinter mir schloss und im wahrsten Sinne des Wortes ins Freie trat, da schoss mir gleich so einen dicken Gefühlskloß in den Hals. Und gleichzeitig hüpfte mein Herz vor Freude. Wow! Die Emotionen waren total durchmischt und stark und gleichzeitig. Freude, Trauer, Wehmut, Glück, Ablösung, Freiheit. Alles tobte gleichzeitig in meiner Brust. Ich machte ein paar Schritte und schaute um mich herum, als ob ich alles zum ersten Mal sehen würde. Der Kloß blieb noch. Er durfte da sein, alle Gefühle haben ihre Wahrheit. Ich schritt weiter und wie ich zu Hause ankam, da war mir schon wieder viel besser.

Heute hat Calista bereits den vierten Einführungstag. Sie bleibt zum ersten Mal bis nach dem Mittagessen, danach hole ich sie ab. Ich erklärte ihr das, winkte und rief Tschüüüs! Sie lächelte mich an, umgeben im Kreise der anderen Kinder, winkte mit ihren kleinen Fingerchen und rief Düüüs! Ja, ich hatte wieder dieselbe Wucht der Gefühle, als ich die Tür hinter mir schloss und ins Freie trat. Ich muss mich noch daran gewöhnen. 

Mamas brauchen auch eine Eingewöhnungsphase.



Freitag, 17. August 2012

Wir sind aufgetaucht

- aus dem Meer von Abenteuern, Erlebtem und Gesehenem!



Seit beinahe einer Woche sind wir wieder daheim und die Indianer haben recht: das Herz, die Seele braucht ein paar Tage, bis sie auch angekommen sind. Die letzten Tage hier war ich ziemlich neben den Schuhen, sehr müde und noch etwas verwirrt. Ich habe viele Kleider gewaschen, Gegenstände wieder an ihren alten Ort zurück getragen und für neue einen Ort gesucht. Meine Kamera nennt über 5'000 Bilder, die wir in den vergangenen Wochen gemacht haben. Ich muss mir die Zeit nehmen, alle genau durch zu schauen und einige zu löschen, bevor ich sie auf den Computer lade... Die Schule beginnt bald wieder und Calista fängt am Montag mit der Krippe an. Neues wartet auf uns und wir sind freudig aufgeregt und auch etwas nervös.

Ich schleiche mich also kurz in meinen Blog herein, nur um schnell zu winken. 

Hallo! Hallo! Hallo!

Und zeige ein paar iPhone Bilder, um einen kitzekleinen Einblick in unser VW Bus Abenteuer zu geben, das wider meinen Erwartungen super, super schön war.
















Viel habe ich an meinen Blog gedacht und in Gedanken einige Posts geschrieben, doch ich war kaum je auf Internet. Es tat gut. Ich habe das gemacht, was man in den Ferien immer tun sollte: Abtauchen. Schauen. Hören. Genießen. Leben.


Nun haben wir ein heißes, vielversprechendes Sommerwochenende vor uns. Lasst uns noch einmal in der Hitze schwelgen!

Auf bald wieder, 
ich grüße Euch alle herzlichst
iren