Montag, 3. September 2012

Auf hoher See...

...waren die Kinder am kühlen Sonntagmorgen. Sie haben gespielt mit Playmobil, Holzpuppenhausinventar, Plastikkisten und was sich sonst noch alles finden ließ im Sammelsurium von Thalia's Spielkisten.



Was sehr chaotisch und unordentlich aussah, war aufgebaute Spielwelt. Und wehe, Calista kam und veränderte etwas! Immer wieder wurde ihr, mit viel Kriegsgebrüll, die Gegenstände aus der Hand gerissen. So widmete sich Calista dann liebevoll ihrer Puppe Emma, die sie von Cosima vererbt bekam.



Ich verstand es nicht, weil der Charakter des Chaos in meinen Augen unverändert blieb. Ob nun Calista etwas anfasste oder nicht, machte für mich keinen Unterschied. Doch die Kinder haben alles genau platziert und choreographiert. Die vielen "Floße", "Boote" und "Yachten", wurden beladen für den großen Umzug. Wie auf der Arche Noah haben sie alles gerettet, die Holz- und Plastikspielwelt miteinander gemischt und verladen und auf hoher See durch den Sturm an ein neues, sicheres Ufer geführt.






Mehrere Stunden haben sie sich mental verabschiedet und blühten auf in ihrer Phantasiewelt. Bis Thalia weinend zu mir kam und sich den Oberarm hielt, der noch rot war, weil Cosima zu stark zupackte. Ich legte den Kochlöffel zur Seite, schaltete den Herd etwas zurück, nahm Thalia in meine Arme und hörte zu, wie sie jammerte, dass sie das Schiff nicht besser an das andere Schiff anhängen konnte und Cosima dann wütend wurde. Darauf kam Cosima aus dem Zimmer und beklagte sich, dass Thalia sich extra keine Mühe gab und so das ganze Schiff zum kentern gebracht habe. - Ich nahm keine Partei ein, sondern setzte die Mädchen an den Tisch und bot ihnen die Suppe an, die ich eben fertig hatte. Kinder die Hunger haben streiten, das habe ich gelernt. Erwachsene die Hunger haben streiten auch, wir zumindest, Christian und ich.  Viele Streits haben sich in Luft aufgelöst, sobald die Bäuche wieder voll und der Zuckerspiegel im Blut wieder gestiegen war. So versuche ich stets, das Familienboot auf hoher See rechtzeitig an voraussehbaren Stürmen vorbei zu lotsen... Essen, um einander wieder genießen zu können.(Dies, zur Ergänzung meines letzten Posts ;-))

Am Samstag hatten wir Freunde zu Besuch und diesmal habe nicht ich die Kochhaube aufgesetzt, sondern die Kinder, Christian und sein Freund Roland. Während seine Frau Bettina und ich uns aufs Sofa zurück verzogen und ihre Jungs draußen Microscooter fuhren. Es machte allen Spaß, aber das Team in der Küche zu beobachten war besonders schön.





Bitte, kocht wieder mal für uns, es schmeckte hervorragend!

xxx iren.

Kommentare:

  1. Oh ja, Hunger und tiefe Blutzuckerspiegel stören auch hier so manches Mal die traute Gemeinschaft. Wie gut ist es da, wenn man sich dessen bewusst ist, vor allem als Mutter, und mit an den Tisch rufen intervenieren kann (oder sich selber etwas Kleines zwischen die Zähne schieben...)
    Völlig ins Spiel versunkene Kinder finde ich etwas Wunderbares. Und oft auch ein wenig Rätselhaftes. Hier gibt es viele solcher Fotos.
    Ganz liebi grüäss und noch alles Gute nachträglich zum Hochzeitstag! anja

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  2. Ja, spielversunkene Kinder sind etwas vom Schönsten! Manchmal einfach nur lustig und beglückend, aber oft auch etwas rätselhaft. Man spürt, dass man da keinen Eintritt mehr hat. Und schaut mit platter Nase an der Scheibe von der andren Seite her zu...

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  3. Was gibt es Schöneres als im FLOW zu sein?! Ob nun als Kind oder als erwachsener Mensch. Ganz versunken. Ich habe das, wenn ich Makrofotografie betreibe. Zwei Stunden wech in einer winzigkleinen Welt neben der "großen" Welt und ein Grashalm schöner und satter als der andere... voller Energie kann eine sich dann dem Leben wieder zu wenden.

    Als mein Neffe J. seinen kleinen fünf Jahre jüngeren Bruder S. (der war da zwei Jahre alt) an der Türschwelle zu seinem Zimmer den Eintritt verboten hat und zwar vehement, da hat es mir das Herz geschnürt.
    Sie lieben sich heiß und innig. Aber an dem Tag war da eine Grenze. Wahrscheinlich muss das einfach mal sein.

    Zum Glück hat deine Kleinste ihr Glück bei der Puppe gefunden und die Männer beim Bier :O)

    Es grüßt Dich herzlich
    Oona

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  4. liebe iren,
    ja du hattest recht mittlerweile muss ,laut meiner tochter, auf fast alles zuckerkügelchen, sie liebt es besonders in ihren Haferflocken (das kann ich nicht so ganz nachvollziehen aber gut, hauptsache die kleinen sind glücklich)
    die bilder deiner mäuse sind wieder bezaubernd.
    dank deinem blog habe ich auch begonnen emmy in sämtlichen lebenslagen zu fotografieren und bin von den hauptsächlich gestellten bildern weg :) es ist faszinierend was für wunderschöne bilder enstehen. DANKE
    ich wünsche euch eine tolle restwoche und der kleinsten maus viel spaß in der krippe.
    liebe grüße
    Abelina

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