Mittwoch, 22. Februar 2012

Geschwindigkeitsrausch

Jetzt weiss ich, wie ich die Füsse leicht runter drücken muss, um die Kurve schön zu kriegen. Es geht schon fast intuitiv. Beide Beine sind seitlich einsatzbereit neben dem Holzschlitten, die Füsse reisen flach zur Piste mit und je nachdem, ob ich leicht nach links oder rechts fahren will, gebe ich Impulse mit dem linken oder rechten Fuss. Und wird's zu schnell, drücke ich beherzt beide Fersen in die Piste, so dass der Schnee zu beiden Seiten hoch aufwirbelt. Brrrrrr! rufe ich, wie eine Kutscherin.


Calista wird es nie zu schnell. Sie sitzt vorne und hat alles schön im Blickfeld. Die Schneelandschaft, das Bergpanorama, die Bäume, Berghütten etc. sausen auf sie zu und sie geniesst es. Ich bin sicher, sie lacht. Aber sehen kann ich es nicht, ich sitze hinter ihr und muss mich auf die Fahrt konzentrieren. Bei dieser Geschwindigkeit muss ich alles schön unter Kontrolle halten. Aber kaum habe ich gebremst und wir stehen still, beuge ich mich schnell nach vorne um in Calista's Gesichtchen zu gucken: Lacht sie? Hat sie Angst? Weint sie vielleicht sogar? Ist sie stumm? Nein, sie ist mein Mädchen und sie grinst! Sie  l-i-e-b-t  unsere Fahrten und jauchzt manchmal mit mir, wenn es gar rasant wird. Wir geniessen beide den Geschwindigkeitsrausch und können kaum genug bekommen. Und schauen so ganz nebenbei die atemberaubende Berglandschaft - ihretwegen musste ich immer wieder mal die Fahrt unterbrechen...




Das Rodeln habe ich wieder neu entdeckt, weil Calista noch zu jung ist zum Skifahren. Doch während die Anderen Spass haben auf den Pisten, wollen wir nicht nur gemütlich herum spazieren. Mit Calista zusammen habe ich Rodelpisten rund um Engelberg abgefahren. Und noch andere Wege dazu. Es hat uns sehr viel Spass gemacht und ich kann inzwischen sagen, dass wir ein super Team sind. Calista vorne, ich hinten.


Thalia kam mit ihrem Bob auch mal mit, als sie von Skifahren genug hatte. Und Cosima verbrachte einen ganzen Tag mit meinem Bruder, ihrem Paten, auf der Rodelbahn. So oft rauf und runter, bis sie am Abend Halsweh hatte. Aber sie wäre am nächsten Tag wieder gegangen...





Wir verbrachten eine Woche in den Bergen und hatten einige Tag mit fantastischem Wetter und wunderbaren Schneeverhältnissen. Glücklicherweise waren es gerade die, an denen Christian bei uns war. Er konnte leider keine Woche frei nehmen, doch ein paar märchenhafte Wintertage waren ihm dennoch gegönnt. Er braucht das. Christian ist sozusagen ein Snowboarder der ersten Stunde, er hat vor langer Zeit, mit 14 Jahren, sein erstes Snowboard aus Holz selbst gebaut. Cosima erzählt gerne, dass ihr Papa früher Snowboardlehrer war. Und sie besitzt auch schon ein eigenes Brett. Heute fährt Christian nicht mehr so akrobatisch wie einst, aber seine elegante Art durch den Schnee zu gleiten finde ich immer noch wunderschön.



Über Fubiz habe ich heute einen kurzen Video von Jacob Sutton entdeckt der gut zu meinem Post passt. Der Snowboarder Will Hughes trägt fluoreszierende Kleider und fährt im Dunklen den Berg hinunter. Der Film wirft ein ganz eigenes Licht auf diese Sportart und schafft eine neue Ästhetik. Die Bilder in slow motion geben eine spezielle Stimmung: gespenstisch, surreal und verzaubernd schön. Dazu die sphärischen Klänge. Perfekt.


Ich wünsche allen eine traumhafte Nacht mit Millionen von feinen Lichtpartikeln,
Iren x.

Ach - bleibt noch, ich bin noch nicht fertig! Meine iphone-Lieblingsbilder von unseren Ferien möchte ich noch zeigen. Ich liebe meine Töchter, wie sie sich selbst gerne inszenieren; die Karnevalszeit lässt manchmal tiefer in die Seelen blicken...






Kommentare:

  1. Irene I really enjoy your awesome post. The family became really Art in your words and pictures an show your respect for life.
    I Love it becouse is genuine and deep.
    Art is in your breath.
    Thanks a lot!

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    1. Caro Marino - I really appreciate your words and your pleasure, to visit my blog... thanks!

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  2. Herrliche Winterbilder...! Ich will auch Skifahren lernen!!! :-)

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  3. Wow, was für ein toller Post! Ich bin nicht so fit mit dem Schlitten... nicht mehr. Es fährt immer ein bisschen die "Angst" vorm Sturz mit und deshalb fahr ich zögerlich. Das Kind schreit auch schneller! .. und fährt nun allein.
    Es klingt nach einem tollen Urlaub mit ganz viel frischer Luft und Spass. Auf so einen Papa kann man aber auch wirklich stolz sein! Hier hat dieses "Vorbild" die grosse Schwester (eine leidenschaftliche Skifahrerin) inne. Wie die Lisa wollen die Kleinen das nachmachen!

    Dein Satz von der Seele die sich im Fasching zeigt hat mich getroffen. Denn wir haben hier einen Robert der immer nur als Mädchen verkeidet werden mag. Und... nun mit fast 11 J. sagt er oft: "Lass mich, ich darf das sonst nie!"
    Deine Bilder sind so schön, am schönsten ist das von Deiner Tochter auf dem sie versunken nach oben schaut....
    ich wünsch Euch eine schöne Restwoche
    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth - lass ihn, so oft er möchte! Das Innere muss sich ausdrücken können, das ist wichtig für das Wohlbefinden, für die Gesundheit.
      Ich kenne Jemanden, deren Sohn zu Sprechen aufgehört hatte und psychologisch in Behandlung kam, bis man heraus fand, dass er einfach Mädchenkleider tragen will... Heute ist er etwa so alt wie Robert, hat einen Mädchennamen und einen Freund. Ja, einen Freund, der weiss, dass seine Freundin körperlich eigentlich auch ein Junge ist. So schön!
      Ein anderer Junge bei uns in der Nachbarschaft, der hatte diese Phase ganz stark während dem Kindergarten, er trug sogar stets ein goldenes Krönchen. Heute läuft er in normalen Jungenkleider herum. Was auch immer in unseren Kindern steckt, es muss raus, es muss ans Licht und es muss geliebt werden. Das gibt Lebensfreude, nicht?
      Herzlich, iren

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  4. Ach, so ein richtiger Winter-Urlaub ist wie ich oft höre wirklich erholsam. Schöne Bilder.
    Welche eine tolle Entdeckung. Rodeln! Das hat mir als Kind auch die meiste Freude gemacht.

    Für mich ist Fasching nichts. Aber ich finde es wunderbar, wenn Kinder dann ihre Träume und Wünsche etwas besser und mehr ausleben können.

    @Elisabeth: Die Tochter meiner Freundin wollte immer ein Junge sein. Sie hat sogar gelernt im Stehen Pipi zu machen. Jungsmäßig halt. Meine Freundin hat sie gelassen. Haarschnitt. Kleidung.
    Einzig als sie Unterhosen mit Seitenschlitz wollte, da war eine Grenze erreicht.
    Heute ist sie längst eine junge Frau.

    Lieben Gruß
    Oona

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  5. Ach, da ist er ja wieder, Dein Blog! Bin ich froh, nun kann ich endlich weiter lesen :-)!

    LG Marianne

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  6. Herrliche Bilder! ...und so schön geschrieben!
    Hach, ich rodle ja auch so gerne... und Skifahren macht uns allen viel Spass. Das Snowboarden habe ich unterdessen aufgegeben - jetzt stehen unsere Kinder auf meinem Board, einfach so, in normalen Winterschuhen, da sie ja nicht in meine Bindung passen (ich habe "nur" ein Raceborad).
    Was für hübsche und lustige und vor allem ganz besondere Faschingsmädel du fotografieren durftest!
    herzliche Wochenendgrüsse
    Doris

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    1. Ich freue mich über Deinen Besuch bei mir! Ja, die Kinder greifen gerne das wieder auf, was man "liegen gelassen" hat...

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  7. Schööönnneee Bilder! Da werden wieder Kindheitserrinnerungen wach.
    Wir hatten damals bei uns jeden Winter Schnee, heute müssen wir mit unseren Kindern in die Berge fahren und das ist bei uns schon eine Fahrt von 1 1/2 Std. Aber Schlittschuhlaufen geht´s bei uns! Jeden Winter!
    Liebe Grüße Karen

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    1. Liebe Karen, diese Bilder entstanden auch nicht vor unserem Hause ;-) Wir fahren auch eine Stunde Auto, bis wir diesen Bergwinter erleben können. Aber es lohnt sich!
      Herzlich,
      iren

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