Mittwoch, 6. April 2011

"Giräizlä"

Fast den ganzen Tag haben wir heute Unkraut gejätet, Zwiebeln gepflanzt, Gießkannen mit Wasser gefüllt, Erde gegessen, Käfer beobachtet, Blumen gepflückt und an Passanten verkauft, die Sonne auf der Nase gehabt, Wasser vom Brunnen getrunken und hinter dem Geräteschuppen in die Dornenhecke gepinkelt. Wir sind sehr müde von all dieser Arbeit, der Rücken schmerzt und die Hände brennen. Doch sehr glücklich, dass wir bei diesem Gemeinschaftsgarten neu mitmachen dürfen. 

Wir sind ein paar Familien, die zusammen ein Stücklein Erde bepflanzen mit Blumen, Beeren und Gemüse. Bei schönem Wetter trifft man sich im Garten und jeder geht irgend einer Beschäftigung nach. Hält zwischendurch einen kleinen Schwatz, richtet seinen steif gewordenen Rücken auf und streift sich eine Strähne aus der verschwitzten Stirn. Schaut nach den Kindern, gibt den älteren Tipps wie sie mit arbeiten können, den jüngeren wird gezeigt, wo sie mit der Gießkanne wieder Pflanzen gießen dürfen. Die Kinder sind mal bei den Erwachsenen dabei, mal spielen sie etwas unter sich oder machen Pause. Es ist sehr idyllisch. Bevor man das Gartentor schließt, wirft man noch einen letzten Blick auf die getane Arbeit, stellt mit Zufriedenheit fest, dass es nun viel schöner aussieht und freut sich darauf, wie in den kommenden Wochen all die noch kleinen, aus dem Winterschlaf erwachten Pflanzen wachsen und gedeihen werden.

Mit dieser Arbeit legt sich einen Frieden und eine Ruhe auf die Seele die sehr wohltuend ist. Auch die Kinder spüren das und sind sehr ausgeglichen. Mami, ich will noch bleiben, ich will nicht nach Hause!





Gestern waren wir Mädchen im Park und haben genussvoll und ausgiebig geschaukelt. "Giräizlä" nennen wir das. Wir hatten sehr viel Spass... Schon als Kind mochte ich am Liebsten die Schaukel, mit möglichst langen Seilen, damit man ganz hoch hinauf kommen konnte.

Calista, Thalia, Cosima und ich haben auf dem Spielplatz eine gemeinsame Leidenschaft: Wir lieben es, die Beine nach oben zu schwingen und in den Himmel zu fliegen, mit dem Rücken nach hinten zu lehnen, den Kopf noch weiter zurück zu biegen, die Welt verkehrt zu betrachten und dann, mit festem Griff am Seil, in großem Schwung wieder hoch zu kommen und das Gefühl zu haben, das Herz fliegt aus der Brust. Begleitet mit Lachen, Grinsen, Jauchzen, Kreischen - als wären wir auf dem Jahrmarkt!



















Auf dem Weg nach hause hat Cosima die Kamera genommen und ein paar Bilder vom Park gemacht. Wenn ich die so betrachte, könnte ich mir einbilden, wir leben neben eines dichten Waldes oder gar Dschungels. Ich male mir aus, wie gleich ein Äffchen sich an einer Liane vorbei schwingt oder beim letzten Bild, wie plötzlich einen Giraffen seinen langen Hals hervor streckt und mit seiner langen Zunge anfängt, die Blätter von den Bäumen zu knabbern. Ich mag diese Fotos sehr.




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